Vollzug bei Schaeffler Geißinger geht, Rosenfeld kommt

Nach 15 Jahren an der Schaeffler-Spitze endet Jürgen Geißingers Amtszeit. Nachdem die Allein-Gesellschafter Maria-Elisabeth und Georg Schaeffler sich bereits gegen Geißinger entschieden hatten, segnete nun auch der Aufsichtsrat die Personalie ab. Nachfolger wird übergangsweise Finanzchef Klaus Rosenfeld.
Wechsel an Schaeffler-Spitze: Finanzvorstand Klaus Rosenfeld (l.) wird Jürgen Geißinger (r.) als Vorstandschef des Autozulieferers ablösen

Wechsel an Schaeffler-Spitze: Finanzvorstand Klaus Rosenfeld (l.) wird Jürgen Geißinger (r.) als Vorstandschef des Autozulieferers ablösen

Foto: DPA

Herzogenaurach - Der fränkische Industriekonzern Schaeffler bekommt einen neuen Chef. Der Aufsichtsrat habe sich im Vorfeld seiner heutigen Sitzung darauf verständigt, dass Finanzchef Klaus Rosenfeld die Konzernspitze übergangsweise übernehmen werde, berichtete das "Handelsblatt".

Das Unternehmen bestätigte die Personalie mittlerweile. "Mit dem heute beschlossenen Wechsel an der Führungsspitze ist der Weg frei, um die Schaeffler-Gruppe und ihre Führung für die Zukunft neu auszurichten", sagte der Aufsichtsratschef Georg Schaeffler.

In einem Brief an die Mitarbeiter bedankten sich Maria-Elisabeth und Georg Schaeffler bei Geißinger "für seinen Einsatz und seine Verdienste für unser Unternehmen". Geißinger werde das Unternehmen "in gegenseitigem Einvernehmen mit sofortiger Wirkung verlassen".

Der als Übergangschef berufene Finanzchef Rosenfeld habe "die nach der Continental-Übernahme notwendig gewordene finanzielle Restrukturierung des Unternehmens maßgeblich vorangetrieben". Er genieße das vollste Vertrauen der Schaefflers und habe sich "in den letzten Jahren sowohl innerhalb aus auch außerhalb unseres Unternehmens eine hohe Reputation erworben", heißt es in dem Brief weiter.

Wunschkandidat für die Nachfolge ist Knorr-Vorstand Klaus Deller

Geißingers Verhältnis zu den Eigentümern gilt seit längerer Zeit als massiv gestört. Vor allem Maria-Elisabeth Schaeffler sah zwar einerseits die Verdienste des langjährigen Konzernchefs und den Aufstieg zu einem hochprofitablen Multimilliardenkonzern. Andererseits warf sie ihm aber die für den Kugellager-Konzern nahezu tödliche Verschuldung aus der Übernahme des Konkurrenten Continental vor - und sah in ihm für die Zukunft des Unternehmens nicht mehr den richtigen Manager.

Als Wunschkandidat für die Nachfolge Geißingers gilt weiter Klaus Deller. Der für das Nutzfahrzeuggeschäft verantwortliche Vorstand des Münchener Zulieferers Knorr-Bremse hat allerdings noch einen bis 2015 laufenden Vertrag. Die frühzeitige Freigabe aus dem Vertrag sei noch nicht sicher, heißt es in Unternehmenskreisen.

Als möglicher Notfall-Kandidat gelte neben dem ehemaligen Co-Chef des Automobilzulieferers Magna, Siegfried Wolf, auch der aktuelle Vorstandsvorsitzende der Siemens-Tochter Osram, Wolfgang Dehen.

Mehr lesen über

Verwandte Artikel

Die Wiedergabe wurde unterbrochen.