Dienstag, 23. Juli 2019

Sammelklage gegen GM wegen Abgas-Schummeleien Dicke Luft bei GM - US-Autoriese wegen Abgasvorwürfen verklagt

Anwälte werfen GM in einer Sammelklage den Einsatz von Schummelsoftware vor - in Pickups wie dem Silverado (im Bild)

Die Autoindustrie droht noch tiefer im Abgas-Sumpf zu versinken. Nur wenige Tage nach Razzien bei Daimler und einer Klage der US-Regierung gegen Fiat Chrysler eröffnen US-Dieselkunden ein Verfahren gegen General Motors. Der Hersteller weist die Vorwürfe entschieden zurück.

Mit General Motors (GM) Börsen-Chart zeigen ist in den USA ein weiterer großer Autokonzern wegen angeblichen Abgasbetrugs ins Visier der Anwälte geraten. Gegen den US-Branchenführer wurde nun eine Sammelklage im Namen von Diesel-Besitzern bei einem Gericht in Detroit im US-Bundesstaat Michigan eingereicht.

Dem Hersteller wird vorgeworfen, bei rund 705.000 Fahrzeugen mit Hilfe spezieller Software, sogenannten Defeat Devices, die Emissionswerte des Schadstoffs Stickoxid manipuliert zu haben. Es geht um schwere Pick-up-Trucks der Marken Chevrolet Silverado und GMC Sierra Duramax, betroffen sind die Modelljahrgänge 2011 bis 2016.

GM wies die Behauptungen als unbegründet zurück und kündigte an, sich energisch dagegen zu verteidigen. Hinter der Klage steht die US-Kanzlei Hagens Berman, die zuvor bereits mit ähnlichen Sammelklagen gegen Volkswagen, Daimlers US-Tochter Mercedes-Benz und Fiat Chrysler auf sich aufmerksam gemacht machte.

USA klagen Fiat Chrysler, Ermittler durchsuchten Daimler-Büros

Zwar hat bislang nur VW ein Schuldgeständnis abgegeben und im Rahmen von Vergleichen Entschädigungen und Strafen in den USA akzeptiert, doch die Branche droht angesichts der vielen Klagen immer stärker in Verruf zu geraten. Erst am Dienstag hatte das US-Justizministerium Fiat Chrysler wegen angeblicher Abgas-Manipulation verklagt.

In Deutschland ist Daimler wegen des Verdachts auf Abgas-Tricksereien ins Visier der Stuttgarter Staatsanwaltschaft geraten, die erst vor zwei Tagen mit einem Großaufgebot an Polizeikräften mehrere Standorte durchsuchen ließ. In Frankreich wird gegen Renault und die PSA Group mit den Marken Peugeot und Citroën ermittelt.

Auch der deutsche Zulieferer Bosch, der bereits als Mitbeschuldigter im VW-Skandal Vergleiche mit US-Klägern hinnehmen musste, gerät immer stärker unter Druck. In den Zivilverfahren, die US-Dieselbesitzer gegen Mercedes-Benz, Fiat Chrysler und GM anstrengen, ist das Unternehmen jeweils mitangeklagt.

Bosch wird verdächtigt, wie bei VW an der Entwicklung der Manipulations-Software zur Abgaskontrolle beteiligt gewesen zu sein. Ein Sprecher war zunächst nicht für eine Stellungnahme zu erreichen. In Deutschland wird im Fall Daimler ebenfalls wegen Beihilfe gegen Bosch ermittelt, wie das "Handelsblatt" berichtete.

wed/dpa

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