Freitag, 19. April 2019

Reaktionen auf Stadler-Festnahme "Mär der Autoindustrie in sich zusammengefallen"

Im Dieselskandal des Volkswagen-Konzerns ist jetzt erstmals ein ranghoher Manager in Deutschland festgenommen worden

Grünen-Fraktionsvize Oliver Krischer sieht die vorläufige Festnahme von Audi-Chef Rupert Stadler im Abgasskandal auch als Folge von Versäumnissen im VW-Konzern. "Heute ist die Mär der Autoindustrie endgültig in sich zusammengefallen, beim Abgasskandal handle sich um die Verfehlungen einzelner Ingenieure", sagte Krischer am Montag der Deutschen Presse-Agentur in Berlin.

"Immer klarer wird: Das Tricksen und Betrügen ist in den Konzernen von ganz oben mindestens toleriert, wenn nicht sogar angeordnet worden. In fast drei Jahren seit dem Bekanntwerden des Abgasskandals haben es weder der VW-Konzern noch die Branche insgesamt geschafft, einen klaren Schnitt zu ziehen."

Die Festnahme Stadlers zeige, wie wenig der Skandal und seine Folgen von VW und den anderen Autobauern offensichtlich ernst genommen worden sei. "Es ist gut, dass jetzt wenigstens Staatsanwälte versuchen, den größten Industrieskandal der deutschen Nachkriegsgeschichte strafrechtlich aufzuarbeiten, wo die Bundesregierung kläglich versagt hat."

Audi-Chef Stadler ist am Montag festgenommen worden. "Der Beschuldigte wurde der Ermittlungsrichterin vorgeführt, die den Vollzug der Untersuchungshaft angeordnet hat", teilte die Staatsanwaltschaft München II mit. Als Grund nannte die Behörde Verdunkelungsgefahr.

rei/dpa

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