Samstag, 17. August 2019

VW-Kurzsturz, Rücktrittsforderung Was wusste Winterkorn vom Abgas-Betrug?

Kaum hat Volkswagen seine jüngste Führungskrise hinter sich, droht mit der Abgas-Affaire die nächste. Denn von einem Skandal diesen Ausmaßes muss der Vorstand Kenntnis gehabt haben, sagen Kritiker. Wenn nicht, sei dies auch ein Rücktrittstgrund.
Getty Images
Kaum hat Volkswagen seine jüngste Führungskrise hinter sich, droht mit der Abgas-Affaire die nächste. Denn von einem Skandal diesen Ausmaßes muss der Vorstand Kenntnis gehabt haben, sagen Kritiker. Wenn nicht, sei dies auch ein Rücktrittstgrund.

Volkswagen-Chef Martin Winterkorn kann nach Meinung von Autofachmann Ferdinand Dudenhöffer angesichts des Abgas-Skandals in den USA nicht im Amt bleiben.

Winterkorn, in dessen Verantwortung auch die konzernweite Forschung und Entwicklung falle, habe entweder von den Manipulationen gewusst oder aber er sei ahnungslos und habe seinen Geschäftsbereich nicht im Griff, sagte der Direktor des CAR-Instituts der Universität Duisburg-Essen der "Frankfurter Rundschau".

"In beiden Fällen würde ich sagen, dass Winterkorn an der Konzernspitze nicht mehr tragbar ist." Der "Westdeutschen Allgemeinen" sagte er: "Jeder Politiker könnte bei einer solchen Angelegenheit nicht in seinem Amt bleiben."

Der Konzern ließ Winterkorn zu den Vorwürfen erklärten: "Die Geschehnisse haben für uns im Vorstand und für mich ganz persönlich höchste Priorität." Auch der Vorstandschef verspricht, wie seine Presseabteilung zuvor, eine umfassende Kooperation mit den US-Behörden: "Klar ist: Volkswagen duldet keine Regel- oder Gesetzesverstöße jedweder Art." Schließlich richtet sich Vorstandschef Winterkorn direkt an die Kunden: Ich persönlich bedauere zutiefst, dass wir das Vertrauen unserer Kunden und der Öffentlichkeit enttäuscht haben."

VW stoppt Verkauf in den USA

Volkswagen hatte am Sonntag eingeräumt, bei knapp 500.000 Diesel-Fahrzeugen in den USA die Abgasvorschriften mit Hilfe einer Software vorsätzlich umgangen zu haben. Vorzugsaktien von Volkswagen Börsen-Chart zeigen stürzten am Montag zu Handelsbeginn um 14 Prozent in die Tiefe und bauten ihre Verluste zwischenzeitlich auf bis zu 22 Prozent aus.

In einer ersten Konsequenz gab das Management um Winterkorn am Montag bekannt, den Verkauf einiger Diesel-Fahrzeuge in den USA zu stoppen. US-Autohändler seien angewiesen worden, bestimmte Wagen des Modelljahres 2015 zurückzuhalten, teilte VW mit. Die Zahl der betroffenen Fahrzeuge nannte VW nicht.

Lesen Sie alle Neuigkeiten zum Abgas-Skandal im VW-NEWSBLOG

Seite 1 von 2

© manager magazin 2015
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung