Freitag, 6. Dezember 2019

FCA plant Allianz mit Google Retter statt Aggressor: Fiat Chrysler wirbt um Google

Selbstfahrende Autos: Wie weit die Hersteller beim autonomen Fahren sind
REUTERS

Sergio Marchionne gehört schon länger zu den Suchenden. Seit fast zwei Jahren trommelt der Chef von Fiat Chrysler Automobiles (FCA) Börsen-Chart zeigen für Zusammenschlüsse und Kooperationen in der Autoindustrie. Doch bei den großen Herstellern holte er sich deutliche Abfuhren: General Motors Börsen-Chart zeigen ließ ihn abblitzen, Volkswagen Börsen-Chart zeigen ebenfalls.

Inzwischen hat Marchionne deshalb seine Strategie geändert: Schon seit gut einem Jahr flirtet er öffentlich mit Technologie-Unternehmen aus Kalifornien.

Nun sieht es so aus, als hätte sich das ausgezahlt: Das "Wall Street Journal" und die "Financial Times" berichten übereinstimmend, dass FCA mit der Google-Mutter Alphabet über eine enge technische Partnerschaft verhandelt.

Marchionne hat es den Berichten zufolge vor allem auf Googles Technik für selbstfahrende Autos abgesehen, die der Konzern mit beträchtlichem finanziellen Aufwand seit Jahren entwickelt und die - neben Elektro-Antrieben - als der wichtigste Wachstumstreiber der Branche gilt.

FCA fehlte zuletzt schlicht das Geld, in diesem Bereich selbst zu forschen - anders als Konkurrenten wie Daimler Börsen-Chart zeigen, BMW Börsen-Chart zeigen, aber auch Volkswagen Börsen-Chart zeigen, General Motors Börsen-Chart zeigen zeigen, Ford Börsen-Chart zeigen, Renault-Nissan, Toyota Börsen-Chart zeigen oder Volvo Börsen-Chart zeigen. Sie alle bauen Testflotten auf - und präsentieren ihre Roboterautos als Prototypen bereits stolz auf Messen.

Auch Google ist schon länger auf die Suche nach einem Partner aus der Autobranche, der den Kaliforniern die vierrädrige Hülle für ihre Roboterautos liefern soll. Noch in diesem Jahr, so erklärte Google vor kurzem, wollten die Kalifornier einen Auto-Partner finden. Erst am Donnerstag gab der IT-Konzern die Gründung einer Lobby-Allianz mit Ford, Volvo und den Fahrdienstvermittlern Uber und Lyft bekannt.

Der IT-Konzern hat mehrfach erklärt, selbst nicht in die Autoproduktion einsteigen zu wollen. Die profitable Massenherstellung von Autos bindet viel Kapital, benötigt ein hohes Maß an produktionstechnischer Erfahrung und liefert im Vergleich zu Googles Kerngeschäft nur magere Margen ab.

Da ist es einfacher, sich einen Auftragsfertiger zu angeln - und genau vor diesem Szenario der Degradierung haben die meisten Autohersteller Angst. Ende vergangenen Jahres wurde etwa Ford in Berichten als möglicher Google-Partner genannt. Doch der Autohersteller kündigte stattdessen an, sich lieber selbst auf die Entwicklung eigener Technik zu konzentrieren.

Bei Marchionne dagegen ist bereits von ersten, konkreten Plänen die Rede: Als erstes Projekt der FCA-Google-Partnerschaft sei ein autonom fahrender Minivan geplant, berichtet der Fachblog autoextremist.com. Und das Händlernetz würde der Auftragsfertiger FCA Google dann auch noch gleich mitliefern.

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