Mittwoch, 13. November 2019

Autozulieferer in der Krise Bosch streicht 1600 Stellen

Bosch-Mitarbeiter im Werk in Stuttgart-Feuerbach: Der Konzern bemüht sich um einen sozialverträglichen Arbeitsplatzabbau - durch die Einführung von Kurzarbeit fallen rechnerisch schon einmal 500 Stellen weg

Bosch-Chef Volkmar Denner hatte bereits im August in einem Interview angekündigt, die sinkende Nachfrage nach Dieselfahrzeugen werde zu einem spürbaren Stellenabbau führen. Nun hat der Automobilzulieferer eine Zahl verkündet: 1600 Arbeitsplätze müssen in Baden-Württemberg angesichts der sinkenden Nachfrage nach Diesel- und Benzinautos in den kommenden zwei Jahren wegfallen. Eine Bosch-Sprecherin bestätigte nun Berichte der "Stuttgarter Zeitung" und der "Stuttgarter Nachrichten".

Betroffen seien demnach Jobs in der Antriebssparte an den Bosch-Standorten in Feuerbach und Schwieberdingen. In den Jahren 2020 und 2021 sollen in diesem Segment jeweils rund 800 Stellen in der Verwaltung, im Vertrieb und in der Forschung abgebaut werden.

Die Sprecherin begründete den Abbau damit, dass sich die Automobilindustrie im Umbruch befinde. Die Transformation hin zur Elektromobilität sei "in vollem Gange", zu diesem strukturellen Wandel kämen ein konjunktureller Abschwung und eine schwächer werdende Nachfrage nach Diesel- und Benzinautos. Die Sprecherin sagte: "Wir tun alles, um den Wandel möglichst sozialverträglich zu gestalten."

Gewerkschaften üben scharfe Kritik

Wie genau die Stellen abgebaut würden, sei noch nicht entschieden, dazu stünden nun Gespräche mit Arbeitnehmervertretern an. Das Unternehmen favorisiere auf jeden Fall eine Verkürzung der wöchentlichen Arbeitszeit auf 35 Stunden. Dies entspreche rechnerisch schon mal der Kapazität von etwa 500 Arbeitsplätzen.

Die IG Metall Stuttgart und die IG Metall Baden-Württemberg reagierten "bestürzt" auf die Ankündigung. "Damit stellt sich der Traditionskonzern in eine Reihe mit renditegetriebenen Automobilzulieferern, deren vorrangiges Ziel es ist, die Marge zu steigern - notfalls auf dem Rücken der Beschäftigten", hieß es in einer Stellungnahme. Die Gewerkschaften forderten Bosch auf, Veränderungen gemeinsam mit den Beschäftigten anzugehen statt Personalabbau zu betreiben.


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Bosch beschäftigt weltweit momentan rund 410.000 Menschen, davon 140.000 in Deutschland. Bei dem Unternehmen hängen nach Angaben vom Mai weltweit etwa 50.000 Arbeitsplätze allein vom Diesel ab.

mg/dpa-afx

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