Produktionsziel verfehlt Tesla-Rivale Rivian patzt mit erster Bilanz

Zum Börsenstart im November ging die Bewertung von Rivian durch die Decke, nun schockt Rivian-Chef Scaringe mit der Aussage, es gebe Probleme, die Produktion hochzufahren. Die Aktie des selbst ernannten Tesla-Herausforderers verliert zweistellig.
Rivian-Chef Robert Scaringe kämpft offenbar mit ähnlichen Problemen wie einst Tesla

Rivian-Chef Robert Scaringe kämpft offenbar mit ähnlichen Problemen wie einst Tesla

Foto: Carlos Delgado/ AP

Der US-Elektroautobauer und Börsen-Shootingstar Rivian hat bei seiner ersten Zahlenvorlage an der Börse gepatzt. Das Unternehmen werde das Produktionsziel von in diesem Jahr 1200 Elektro-Pick-ups wohl um einige Hundert Autos verfehlen, teilte das Unternehmen am Donnerstag nach US-Börsenschluss in Irvine (Kalifornien) mit.

Die Produktion hochzufahren sei schwieriger als gedacht, sagte Unternehmenschef Robert Scaringe (38) in einer Analystenkonferenz. Das sorgte bei Anlegern für Enttäuschung, die Aktie fiel nachbörslich um mehr als 11 Prozent. Auch Tesla-Chef Elon Musk hatte einst beim Einstieg in die Massenproduktion über erhebliche Probleme  geklagt und später formuliert, der Autobauer sei von der "Produktionshölle" direkt in die "Auslieferungshölle" gefahren.

Zudem präsentierte Rivian einen Verlust von unter dem Strich 1,2 Milliarden US-Dollar (1,1 Milliarden Euro) im dritten Quartal. Noch macht das Unternehmen kaum Umsatz mit seinen Produkten.

Rivian war im November an die Börse gegangen und hatte ein fulminantes Debüt hingelegt, die Aktie war auf rund 180 Dollar hochgeschnellt. Mit derzeit rund 109 Dollar ist das Papier nun weit entfernt davon und hat damit mehr als ein Drittel verloren.

Tesla-Rivale will neue Fabrik in Georgia bauen

Rivian stellt elektrobetriebene Pick-ups her und hatte die Fantasie der Anleger geweckt - der US-Konkurrent Tesla ist der mit Abstand wertvollste Autobauer der Welt, weil die Profiinvestoren bei den rein auf Elektroantriebe ausgerichteten Herstellern auf eine große Zukunft wetten. Zwischenzeitlich war Rivian an der Börse sogar wertvoller als der Volkswagen -Konzern, der dieses Jahr 9 Millionen Fahrzeuge ausliefern will und rund 675.000 Menschen beschäftigt. Die Euphorie um den Börsenneuling war dann aber wieder etwas abgeklungen. Zuletzt lag die Marktkapitalisierung von Rivian immer noch bei 97 Milliarden Dollar (86 Milliarden Euro) - bevor es nachbörslich am Donnerstag stark bergab ging. Volkswagen liegt zum Vergleich derweil bei 119 Milliarden Euro.

Rivian kündigte an, eine weitere Fabrik bauen zu wollen. Im Bundesstaat Georgia soll das zweite Werk des Autobauers entstehen. Investitionen von 5 Milliarden Dollar sind eingeplant, mehr als 7500 Menschen sollen dort einmal arbeiten. Die Fabrik soll auf eine Jahresproduktion von bis zu 400 000 Autos kommen, die ersten Wagen sollen 2024 gefertigt werden. Die Produktionskapazität des bestehenden Werks im Ort Normal im Bundesstaat Illinois soll derweil von bisher geplanten 150 000 auf 200 000 aufgestockt werden.

rei/dpa-afx
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