Investoren geben Elektroauto-Start-up weitere Milliarden Finanzspritze hebt Rivians Firmenwert auf 27 Milliarden Dollar

Noch in diesem Jahr will Rivian seine ersten Elektroautos ausliefern, und Investoren glauben an das Start-up: Mit einer Milliardenspritze hieven sie den Firmenwert in die Höhe. Doch die Konkurrenz dürfte hart werden.
Martialisch, aber leise: Mit dem Elektro-Pick-up RT1 will Rivian Teslas "Cybertruck" ausstechen

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Foto: NATHAN FRANDINO / REUTERS

Der unter anderem von Amazon unterstützte Elektroauto-Entwickler Rivian hat seine Kassen mit weiteren 2,65 Milliarden Dollar (2,2 Milliarden Euro) von Investoren aufgefüllt. Rivian machte zu seiner Bewertung im Rahmen der Finanzierung zwar keine Angaben. Laut Bloomberg  kommt das Start-up nach der jüngsten Finanzspritze jedoch auf einen Unternehmenswert von 27,6 Milliarden Dollar.

Das Volumen der Gelder, die seit der ersten Finanzierung 2019 in das Unternehmen flossen, steigt mit der jüngsten Transaktion auf acht Milliarden Dollar. Neben Amazon haben auch der US-Autobauer Ford sowie Fonds des weltgrößten Vermögensverwalters Blackrock bereits Gelder in das Start-up gesteckt.

Die neue Finanzierungsrunde wird nach Angaben von Rivian vom US-Investmenthaus T.Rowe Price Associates angeführt. "Wir haben das Jahr 2021 sehnlich erwartet, und mit ihm den Start der Auslieferungen von Rivians revolutionären Produkten an die Kunden", so Joe Fath, Portfoliomanager bei T.Rowe Price.

Zudem haben sich wiederum Amazon über seinen Climate Pledge Fund, der Fondsriese Fidelity sowie die Finanzfirmen Coatue und D1 Capital Partners an dem Investment beteiligt. Mehrere bestehende und neue Anleger befinden sich ebenfalls mit im Boot, schreibt das Unternehmen in einem Eintrag auf seiner Website .

2021 sei ein kritisches Jahr für Rivian, wird Unternehmensgründer und CEO RJ Scaringe (38) zitiert. Es gelte, die Modelle R1T und R1S sowie die Lieferfahrzeuge für Amazon herauszubringen. Die Unterstützung der Investoren helfe dabei, sich auf diese Projekte zu konzentrieren und zugleich die nächsten Wachstumsphasen anzusteuern.

Hintergrund: Rivian ist eines von mehreren Jungunternehmen, die sich die Produktion von Elektroautos nach dem Vorbild Teslas auf die Fahnen geschrieben haben . Derzeit bereitet Rivian den Marktstart eines Geländewagens ("R1S"), eines Pick-ups ("R1T") sowie eines Lieferwagens für Amazon vor. Der Handelskonzern hatte angekündigt, über die Jahre 100.000 dieser Fahrzeuge bei Rivian kaufen zu wollen.

Während Rivians Pick-up in den USA im Juni auf den Markt kommen soll, ist für den Geländewagen ein Launch im August geplant. Für die Produktion nutzt das Elektroauto-Start-up eine ehemalige Mitsubishi-Fabrik im US-Bundesstaat Illinois.

Als Herausforderung gilt dabei, dass es einen Markt für elektrisch betriebene Geländefahrzeuge und Pick-ups des von Rivian gewählten Kalibers bislang nicht gibt. Rivian muss sich zudem mit ernst zu nehmenden Rivalen auseinandersetzen: Tesla will seinen Cybertruck ab Ende 2021 ausliefern. General Motors plant zudem die Produktion eines E-Hummers ab Herbst. Im kommenden Jahr soll von Ford zudem eine elektrische Version des Pick-ups F-150 auf den Markt kommen - laut Bloomberg das meistverkaufte Fahrzeug in den USA in den vergangenen Jahrzehnten .

Welches Potenzial Investoren in dem Markt für Elektroautos sehen, zeigt indes auch die Entwicklung der Tesla-Aktie , die allein im vergangenen Jahr um 740 Prozent in die Höhe gestiegen ist. Tesla wird an der Börse inzwischen mit einem Marktwert von mehr als 800 Milliarden Dollar gehandelt. Tesla-Gründer und Großaktionär Elon Musk (49) ist dadurch zum mittlerweile reichsten Mann der Welt avanciert.

cr, wed/dpa-afx