Donnerstag, 12. Dezember 2019

Reduziert Frankreich seinen Anteil? Renault und Fiat starten offenbar zweiten Fusionsversuch

Logos von Fiat und Renault: Durch einen Zusammenschluss der beiden Autobauer würde der drittgrößte Autokonzern der Welt entstehen
REUTERS / AFP
Logos von Fiat und Renault: Durch einen Zusammenschluss der beiden Autobauer würde der drittgrößte Autokonzern der Welt entstehen

Die beiden Autobauer Fiat Chrysler Automobiles Börsen-Chart zeigen und Renault Börsen-Chart zeigen denken Insidern zufolge über einen möglichen neuen Anlauf für einen milliardenschweren Zusammenschluss nach. Die Vorsitzenden der Pkw-Hersteller hätten bereits darüber gesprochen, wie sie die Fusionspläne wiederbeleben könnten, sagten mit der Angelegenheit vertraute Personen am Montag.

Die Beratungen drehten sich um die Beteiligung Renaults an Nissan Börsen-Chart zeigen. Renault könnte seinen Anteil von rund 43 Prozent an seinem asiatischen Partner deutlich verringern. Im Gegenzug könnten die Japaner die Verschmelzung der zwei europäischen Autobauer unterstützen. Es sei nicht klar, ob die neuen Bemühungen zum Erfolg führen könnten. Sprecher von Renault und Fiat Chrysler lehnten einen Kommentar dazu ab.

Fiat Chrysler hatte die Auto-Hochzeit mit Renault am 6. Juni abgeblasen. Die Italiener zogen ihre gut 30 Milliarden Euro schwere Offerte überraschend mit sofortiger Wirkung zurück. Fiat begründete die Absage mit den fehlenden politischen Voraussetzungen in Frankreich. Italien warf Frankreich "politische Einmischung" vor. Durch einen Zusammenschluss von Fiat und Renault könnte der drittgrößte Automobilkonzern der Welt nach Toyota Börsen-Chart zeigen und Volkswagen Börsen-Chart zeigen entstehen.

Frankreich wäre bereit, Renault-Beteiligung zu reduzieren

Erst am Wochenende hatte sich Frankreichs Wirtschaftsminister Bruno Le Maire noch für eine Stärkung der Allianz von Renaults und Nissan ausgesprochen. Priorität habe, die Allianz Renault-Nissan zu "stärken", sagte Le Maire am Samstag am Rande des G20-Finanzministertreffens im japanischen Fukuoka. Dazu sei der französische Staat auch bereit, eine Reduzierung seiner Beteiligung von derzeit 15 Prozent an Renault zu erwägen.

Paris hatte auf eine Beteiligung des japanischen Herstellers Nissan an dem Zusammenschluss gepocht, der mit Renault seit rund 20 Jahren eng verflochten ist. Diese Bedingung sei nicht erfüllt gewesen, hatte Le Maire erklärt. Die Beteiligung des französischen Staates an Renault sorgt immer wieder für Reibereien mit Nissan.

mg/rtr, afp

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