Vertragsverlängerung bis 2022 möglich Renault schafft für Langzeit-Chef Ghosn Rentenregel ab

Eindeutig multitaskingfähig: Carlos Ghosn (rechts) neben Daimler-Chef Dieter Zetsche auf der IAA im September 2013.

Eindeutig multitaskingfähig: Carlos Ghosn (rechts) neben Daimler-Chef Dieter Zetsche auf der IAA im September 2013.

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Die europäischen Massenauto-Hersteller hoffen bei ihrer Zukunftsplanung auf die Expertise von Veteranen. Der französische Autobauer Renault will dafür die Altersgrenze für Vorstandschefs von 65 Jahren kippen, berichtet die französische Wirtschaftszeitung "Les Echos" . Der 61-jährige Vorstandschef Carlos Ghosn könne dann im Jahr 2018 noch einmal um vier Jahre bis 2022 verlängern. Ghosn wäre mit Ablauf des neuen Vertrags 68 Jahre alt und würde den Autokonzern, der zuletzt auf einen Umsatz von rund 41 Mrd. Euro kam, dann 17 Jahre lang führen. Parallel führt Ghosn auch noch den japanischen Hersteller Nissan, an dem die Franzosen 43,4 Prozent der Anteile halten.

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Renault folgt damit einer ähnlichen Personalplanung wie der große deutsche Konkurrent Volkswagen. Dessen Vorstandschef Martin Winterkorn wird am 24 . Mai diesen Jahres 68 Jahre alt. Sein aktueller Vertrag läuft noch bis zum 31. Dezember 2016, nach Informationen des manager magazins sind Winterkorn selbst sowie Aufsichtsratschef Ferdinand Piech (77) aber bereit, den Kontrakt des promovierten Metallkundlers noch einmal bis Ende 2018 zu verlängern. Winterkorn führt den Konzern seit dem 1. Januar 2007.

BMW, der derzeit erfolgreichste Premiumhersteller der Branche, entschied sich jüngst bei seiner Personalplanung für einen Kompromiss: Vorstandschef Norbert Reithofer muss gemäß den Konzernstatuten kurz vor seinem 60. Lebensjahr im Mai 2015 die operative Führung abgeben. Dafür soll er aber direkt den kaum minder einflussreichen Job des Aufsichtsratsvorsitzenden von BMW übernehmen - und wäre damit einer der jüngsten Chefkontrolleure eines Dax-Konzerns.