Renault-Nissan-Chef Ein Mann, zwei Top-Jobs - bitte nicht nachmachen

Carlos Ghosn schafft es seit Jahren, gleich zwei Autoherstellern seinen Stempel als Konzernchef aufzudrücken: Renault und Nissan. Doch das ist "extrem anstrengend", gab er gegenüber einem Fachmedium zu - und empfiehlt es nicht zur Nachahmung.
Carlos Ghosn, Chef der Autohersteller Renault und Nissan, zu seiner Doppelrolle: "Ich musste es tun, weil ich keine Wahl hatte"

Carlos Ghosn, Chef der Autohersteller Renault und Nissan, zu seiner Doppelrolle: "Ich musste es tun, weil ich keine Wahl hatte"

Foto: © Babu Babu / Reuters/ REUTERS

Hamburg - Ein Mann, zwei Top-Jobs: Seit dem Jahr 2005 leitet Carlos Ghosn die beiden Autohersteller Renault und Nissan in Personalunion. Geboren ist Ghosn in Brasilien, aufgewachsen im Libanon, studiert hat er in Frankreich - das Polyglotte kennt der 59-jährigen schon von Kindheit an. Doch einfach ist das Leben als Doppel-CEO nicht, gab er vor kurzem gegenüber der Fachzeitung Automotive News  zu.

Zwei Unternehmen zu leiten sei "extrem anstrengend" und nicht zur Nachahmung zu empfehlen, meint Ghosn. "Ich musste es tun, weil ich keine Wahl hatte. Ich wurde in eine Situation gebracht, wo ich es musste. Und es ergab einen klaren Vorteil für die Allianz", sagte Ghosn gegenüber der Zeitung.

Ghosn erwartet deshalb, dass die beiden Hersteller nach seinem Abgang von zwei verschiedenen Managern geleitet werden. Noch sitzt Ghosn allerdings fest im Sattel: Sein dreijähriges Mandat als CEO von Renault steht im April zur Verlängerung an. Im November vergangenen Jahres war sein Vertrag mit Nissan um zwei Jahre verlängert worden.

In einem seperaten Gespräch mit Reportern der US-Ausgabe der Zeitung sagte er, dass er sich einen Japaner als Nachfolger an der Nissan-Spitze wünsche.

Pläne für die Änderung der aktuellen Kapitalstruktur gebe es keine, stellte Ghosn in dem Interview nochmals klar. Nissan hält derzeit 15 Prozent der Renault-Anteile, Renault ist im Gegenzug 43,4 Prozent der Nissan-Aktien. Auch an eine Veränderung der Beteiligung der Daimler AG sei derzeit nicht geplant.

Den vollständigen Text können Sie hier im Wortlaut nachlesen .

wed