Höhere Preise Renault erzielt mehr Umsatz mit weniger Autos

Renault hat im dritten Quartal dank höherer Preise den Umsatz auf fast zehn Milliarden Euro gesteigert – bei weniger verkauften Autos. In Kürze will Konzernchef Luca de Meo über seine weitere Strategie berichten, die er in Ansätzen bereits mit manager magazin diskutierte.
Renault-Chef Luca de Meo in diesen Tagen auf dem Pariser Autosalon

Renault-Chef Luca de Meo in diesen Tagen auf dem Pariser Autosalon

Foto: IMAGO/Vincent Isore / IMAGO/IP3press

Der Autobauer Renault hat im dritten Quartal stark von Preiserhöhungen profitiert und seinen Umsatz deutlich gesteigert. Insgesamt erreichte der Erlös in den Monaten Juli bis September 9,8 Milliarden Euro. Fast 13 Prozentpunkte des Wachstums kamen aus Preiserhöhungen – der stärkste Anstieg im Konzern jemals, wie es hieß. Ohne die ehemalige russische Einheit Avtovaz legte der Umsatz damit konzernweit um 20,5 Prozent zu, wie Renault am Freitag mitteilte. Aus den Vorjahreswerten ist das aufgegebene Geschäft in Russland bereits herausgerechnet.

Wegen des Kriegs in der Ukraine und der gegen Russland verhängten westlichen Sanktionen hatte Renault seinen Mehrheitsanteil an dem russischen Hersteller Lada zu einem symbolischen Betrag an ein russisches Forschungsinstitut verkauft. Insgesamt hatte Renault nach früheren Angaben rund 2,2 Milliarden Euro auf das Russland-Geschäft abgeschrieben.

Renault verkaufte in den drei Monaten 481.000 Fahrzeuge und damit 2,4 Prozent weniger an die Endkunden als vor einem Jahr. Allerdings entspannte sich die Situation rund um die Halbleiterversorgung für die Produktion, sodass die Händler ihren Bestand weniger stark abbauten als vor einem Jahr. Renault setzte auf diese Weise mehr Autos an die Händler ab, die im Umsatz verbucht werden können. Der Erlös insgesamt fiel wie von Analysten erwartet aus, im Autogeschäft an sich hatten die Experten allerdings mehr erwartet.

Zu Gewinnkennzahlen macht Renault wie in Frankreich üblich nur halbjährlich Angaben. An dem Ziel, die operative Gewinnmarge im Gesamtjahr auf über 5 Prozent gemessen am Umsatz zu steigern, hält das Unternehmen fest.

Am 8. November will das Management auf einem Kapitalmarkttag über seine weitere Strategie berichten und die mittelfristigen Ziele auffrischen. An diesem Tag dürfte Renault-Chef Luca de Meo (55) über seine Sanierungspläne berichten und über den Plan, Renault in mehrere Unternehmenseinheiten aufzuspalten, die dann künftig unter dem Dach einer Holding angesiedelt sein sollen. Im Interview mit dem manager magazin hatte der italienische Manager die Pläne kürzlich bereits skizziert . Laut de Meo wolle Renault unter der Holding sechs bis sieben Einheiten bündeln.

Zudem könnte es dann Neuigkeiten rund um die strategische Allianz mit Nissan geben: Der französische Autobauer und sein japanischer Partner verhandeln nach eigenen Angaben über die Zukunft ihrer Allianz. Dabei geht es um gemeinsame strategische Initiativen, wie beide Unternehmen am 10. Oktober bestätigten. Nissan erwäge einen Einstieg in einer neuen Elektroauto-Sparte bei Renault, die Franzosen im Gegenzug ihren 43-Prozent-Anteil an Nissan auf 15 Prozent reduzieren, hieß es. Details wurden nicht genannt.

Renault treibt die Elektrifizierung seiner Flotte stark voran. Bis 2030 will der Autobauer 25 neue Modelle auf den Markt bringen, die Hälfte davon rein elektrisch, wie Konzernchef de Meo im Interview mit manager magazin erklärte . In Europa wolle Renault ab 2030 nur rein elektrische Autos verkaufen.

Auf dem Pariser Autosalon sagte de Meo diese Woche, dass die Preise von Elektroautos in absehbarer Zeit auf das Niveau von Verbrennerfahrzeugen sinken werden. "Ich sehe nicht, dass sich diese Parität nähert", zitiert "Automotive News"  den Manager.

rei/dpa-afx
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