Dienstag, 17. September 2019

Gerüchte um Zusammenschluss Ghosn drängt auf Fusion von Renault und Nissan

Carlos Ghosn

Der französische Autobauer Renault und sein japanischer Partner Nissan verhandeln einem Medienbericht zufolge über einen Zusammenschluss. Ziel der Gespräche sei die Fusion der beiden bereits über gegenseitige Beteiligungen verflochtenen Firmen zu einem gemeinsamen Unternehmen, berichtet Bloomberg am Donnerstag unter Berufung auf Insider.

Carlos Ghosn, der bei beiden Unternehmen das Sagen hat, treibe das Vorhaben voran und wolle auch dem angestrebten Zusammenschluss vorstehen. Renault lehnte eine Stellungnahme ab. Man äußere sich nicht zu Gerüchten und Spekulationen, sagte ein Sprecher.

Französischer Staat und Anteilseigner könnte zum Stolperstein werden

Renault hat derzeit einen Anteil von gut 43 Prozent an Nissan, Nissan besitzt knapp 15 Prozent an Renault. Die Aktie von Renault legte an der Pariser Börse mehr als 8 Prozent zu und war damit so teuer wie seit Dezember 2017 nicht mehr. Eine engere Verzahnung von Renault und Nissan wird schon seit längerem erwartet. Die Aktien des französischen Konkurrenten PSA verteuerten sich um mehr als 2 Prozent.

Die Nachrichtenagentur Reuters hatte unlängst berichtet, dabei würde die Regierung in Paris einen Großteil ihres Renault-Anteils an Nissan verkaufen. Renault-Nissan-Chef Carlos Ghosn hatte vorgeschlagen, dass der französische Staat seinen Einfluss bei Renault aufgibt.

Die Gespräche gelten als schwierig, da Frankreich seine Interessen im Fall eines Zusammenschlusses mit Nissan Börsen-Chart zeigen gewahrt sehen will. Zu dem Bund von Renault Börsen-Chart zeigen mit Nissan gehört auch der japanische Autobauer Mitsubishi Börsen-Chart zeigen. Die Dreier-Allianz macht für sich geltend, nach verkauften Pkw weltgrößter Autobauer vor Volkswagen zu sein. Die Wolfsburger führen die Weltrangliste einschließlich ihrer Lkw-Töchter MAN Börsen-Chart zeigen und Scania Börsen-Chart zeigen an.

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"Die geplante Fusion kommt nicht ganz überraschend, da die beiden Konzerne bereits seit 1999 ein Beteiligungsverhältnis haben und auf technischer Ebene eng zusammenarbeiten", sagte Marktexperte Andreas Lipkow von der Comdirect Bank. Es sei aber interessant, dass Nissan der übernehmende Part an der Fusion sein werde. "So sollen die beiden Gesellschaften in einem neuen Konzern aufgehen und die Aktionäre jeweils Aktien des neuen Unternehmens bekommen." Dies sei ein nachvollziehbarer Schluss, um mehr Effizienzen für das Unternehmen auf der administrativen Ebene und mehr Wert für die Aktionäre zu schaffen.

rei/reuters/dpa

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