Verdacht im Dieselskandal Razzia bei Continental

Der Abgasskandal schwelt seit Jahren, jetzt flammt er erneut auf: Ermittler durchsuchten am Mittwoch Geschäftsräume des Autozulieferers Continental.
Conti-Logo in Hannover: Der Konzern steht im Dieselskandal im Fokus der Ermittler.

Conti-Logo in Hannover: Der Konzern steht im Dieselskandal im Fokus der Ermittler.

Foto: Hauke-Christian Dittrich/ DPA

In ihren Ermittlungen zum Diesel-Abgasskandal hat die Staatsanwaltschaft am Mittwoch Geschäftsräume des Autozulieferers Continental durchsucht. Die Ermittler hätten Büros in Hannover, Frankfurt und Regensburg aufgesucht, erklärte das Unternehmen. Grund seien die Ermittlungen zu von VW verwendeten Abschaltvorrichtungen in Diesel-Motoren. Das Unternehmen kooperiere mit den Behörden. Auch Volkswagen bestätigte, dass die Ermittler erneute Akteneinsicht verlangt hätten. Das Unternehmen habe die Staatsanwaltschaft unterstützt.

Über die Razzia hatte als erstes die "Wirtschaftswoche" berichtet. Nach Conti-Angaben wurden die Ermittler unter anderem in Hannover, Frankfurt und Regensburg vorstellig. Man arbeite "vollumfänglich mit den Behörden" zusammen, betonte das Unternehmen. Zum Stand des Verfahrens äußerte sich Continental  nicht.

Der Dax-Konzern bekräftigte jedoch seine Position aus früheren Prüfungen: "Wir haben an keinen unserer Kunden Software zum Zweck der Manipulation von Abgastestwerten geliefert." Vielmehr hätten sich die "im jeweiligen Zeitraum gültigen Abgasgrenzwerte grundsätzlich einhalten lassen".

Die Abgasaffäre bei Volkswagen war im September 2015 aufgeflogen. Der Autohersteller hatte in den USA manipulierte Abgas-Reinigungssysteme in Dieselfahrzeuge eingebaut, die im Testbetrieb deutlich niedrigere Stickoxid-Emission anzeigten, als im tatsächlichen Betrieb auf der Straße entstanden. Später ergab sich die Frage, ob möglicherweise auch Zulieferer in die Täuschungsabsichten eingeweiht waren. Sie bestreiten dies.

Im Januar war auch der japanische Hersteller Mitsubishi unter Verdacht geraten, Dieselkäufer mit illegalen Abschalteinrichtungen betrogen zu haben. Bei einer Razzia in vier Bundesländern durchsuchten Ermittler Geschäftsräume der deutschen Mitsubishi-Niederlassung, einer Tochtergesellschaft und zweier großer Zulieferer. Continental-Mitarbeiter wurden in dem Verfahren als Zeugen geführt.

Anmerkung der Redaktion: In einer früheren Fassung war der Eindruck erweckt worden, auch bei Volkswagen habe eine Razzia stattgefunden. Tatsächlich gab es dort nach Angaben des Unternehmens keine Durchsuchungen.

cr/rtr/dpa-afx
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