Wettbewerb Deutsche Autozulieferer spüren Druck aus Asien

Deutsche Autozulieferer müssen sich zunehmend der Konkurrenz aus Asien erwehren. Einer Studie zufolge bauten die Firmen aus Fernost ihren Marktanteil zuletzt weiter aus - und setzen hiesige Unternehmen in Zugzwang.
Bodenhaftung gefragt: Der Reifenhersteller Continental und andere deutsche Zulieferer kämpfen gegen Konkurrenz aus Asien

Bodenhaftung gefragt: Der Reifenhersteller Continental und andere deutsche Zulieferer kämpfen gegen Konkurrenz aus Asien

Foto: A3464 Rainer Jensen/ dpa

Die deutsche Autozulieferindustrie bekommt im Wettbewerb mit ihrer Konkurrenz aus Asien zunehmend Schwierigkeiten. Einer Studie der Unternehmensberatung PwC zufolge haben asiatische Zulieferer ihren Weltmarktanteil im vergangenen Jahr deutlich auf 43 Prozent ausbauen können. Bei den deutschen Unternehmen dagegen habe der Umsatzrückgang wichtige Eigenkapitalreserven aufgezehrt, die für die Transformation dringend nötig wären, sagte Branchenexperte Henning Rennert. Hier sei "Rationalisierung jetzt das Gebot der Stunde, um Prozesse zu optimieren, Kosten zu senken und im Transformationswandel bestehen zu können".

Die Umsätze der 80 weltweit größten Autozulieferer fielen nach Angaben von PwC Strategy im Krisenjahr 2020 um 12 Prozent auf 783 Milliarden Euro, die der deutschen um 11 Prozent auf 199 Milliarden Euro. Der Weltmarktanteil von Robert Bosch, Continental, ZF Friedrichshafen und anderen sei mit 26 Prozent zwar weiterhin hoch, der Wettbewerb mit den Konkurrenten in Asien werde aber härter. Diese hätten in der Krise mit 4,4 Prozent Betriebsgewinn vom Umsatz die höchste Rentabilität erzielt und ihre Eigenkapitalquote bei 48 Prozent gehalten. Bei den deutschen Zulieferern sank sie auf 21 Prozent.

Vor allem die Zulieferer für den Antriebsstrang hätten kräftig in neue Produkte investiert. Im Durchschnitt investierten deutsche Zulieferer 6,1 Prozent ihres Umsatzes in Forschung und Entwicklung - weit mehr als ihre Wettbewerber im übrigen Europa (4,8 Prozent), Amerika (3,6 Prozent) und Asien (3,8 Prozent). Europäische und deutsche Zulieferer hätten ihre konkurrenzfähige Kostenstruktur schon seit einem Jahrzehnt aus dem Blick verloren, sagte Studienautor Rennert. Das könnte "zu einer teuren Hypothek im globalen Wettbewerb werden".

Erst am Wochenende war die jüngste Übernahme auf dem Zulieferermarkt bekannt geworden: Die seit einigen Monaten zum Verkauf stehende Hella mit Sitz in Lippstadt geht an den französischen Konkurrenten Faurecia. Der Abschluss der Übernahme wird Anfang 2022 erwartet. Eine Arbeitsplatzgarantie will die Faurecia im Rahmen der milliardenschweren Übernahme nicht geben - allerdings gebe es auch keine konkreten Pläne für einen Abbau von Arbeitsplätzen, so das Unternehmen. "Wir wachsen ganz stark. Wir werden Leute einstellen müssen", sagte Faurecia-Chef Patrick Koller.

cr/dpa-afx
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