Montag, 19. August 2019

PSA-Chef Tavares stellt Strategieplan vor Wie Peugeot VW & Co überholen will

Carsharing, Ridesharing, E-Commerce: Wie PSA wieder auf die Überholspur will
Getty Images

Carlos Tavares hat ein Faible für Rennsport-Vergleiche. Der Chef von Europas zweitgrößtem Autohersteller PSA Peugeot Citroën fuhr viele Jahre lang privat Autorennen, an der berühmten Rallye Monte Carlo nahm er als Hobby-Rennfahrer teil.

So etwas prägt, und seine Leidenschaft zeigt sich auch in den Namen, die er seinen Strategieplänen für PSA Peugeot Citroen verpasst. Tavares erster Plan für den damals darniederliegenden französischen Autohersteller hieß "Back in the Race", also "Zurück im Rennen".

Diese Vorgabe löste der gebürtige Portugiese in Rekordzeit ein: Im April 2014 stellte er den Vierjahresplan vor, mit dem er PSA wieder flottkriegen wollte. Knapp zwei Jahre später hat er die Margen- und Gewinnziele vorzeitig erreicht und will nun nach der Blitz-Sanierung wieder angreifen.

Wo Tavares den Boost-Schalter drücken will

Deshalb stellte Tavares nun in Paris einen neuen Strategieplan für die kommenden fünf Jahre vor, der den Titel "Push to Pass" trägt. Der Name ist erneut der Rennsport-Welt entlehnt - er bezieht sich auf jenen Boost-Schalter, der in einigen Rennserien für Überholmanöver kurzfristig eine Extra-Dosis PS bereitstellt. Mit dem Plan will er PSA krisensicher machen und auch technisch wieder Anschluss an die Konkurrenz finden. Denn mit dem bisherigen Sanierungsplan fror PSA viele F&E-Ausgaben ein und vernachlässigte alternative Antriebe oder Mobilitätsdienste. Das soll sich nun ändern.

Tavares will in den kommenden fünf Jahren von den hinteren Plätzen wieder weit nach vorne im globalen Autohersteller-Wettkampf fahren. Er will VW schlagen und langfristig Profite erzielen. Zuletzt hatte PSA eine Ebit-Marge von 5 Prozent vorgelegt, diese soll bis 2018 im Schnitt bei 4 Prozent und in den kommenden zwei Jahren bei 6 Prozent jährlich liegen.

Bis 2018 will er den Umsatz im Vergleich zu 2015 um 10 Prozent steigern, zwischen 2019 und 2021 soll der Umsatz um weitere 15 Prozent zulegen. All das sind anspruchsvolle, aber nicht überzogene Ziele. VW etwa hatte einst für seine "Strategie 2018" als Ziel ausgegeben, der größte und profitabelste Autohersteller der Welt werden zu wollen - und seine Verkäufe innerhalb von acht Jahren um 60 Prozent erhöhen zu wollen.

© manager magazin 2016
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung