Sonntag, 21. April 2019

Diesel-Abgasskandal Französische Richter ermitteln gegen PSA

Symbolbild im Dieselabgasskandal

Hat auch Peugeot Citroën eine Betrugssoftware eingesetzt? In Frankreich gerät die neue Opel-Mutter ins Visier der Justiz. PSA bestreitet den Vorwurf der Manipulation.

Die französische Justiz hat im Dieselabgasskandal die Ermittlungen gegen den Autobauer PSA Peugeot Citroën ausgeweitet, berichten Nachrichtenagenturen. Die Pariser Staatsanwaltschaft übertrug die Ermittlungen zum Vorwurf der Verbrauchertäuschung an Untersuchungsrichter, wie aus Justizkreisen bekannt wurde. Es bestehe der Verdacht, dass eine Betrugssoftware eingesetzt wurde, um die Abgaswerte bei Zulassungstests zu manipulieren, heißt es.

Französische Untersuchungsrichter ermitteln deswegen bereits gegen Volkswagen, Renault und Fiat-Chrysler.

Ein PSA-Sprecher wies die Vorwürfe zurück. Der Autobauer habe seine Fahrzeuge nie mit einer Software oder anderen Vorrichtungen ausgestattet, die Abgastests erkennen und den Ausstoß von Abgasen entsprechend anpassen würden.

Im Zuge des Dieselskandals bei Volkswagen hatte eine Expertenkommission in Frankreich Abgastests an zahlreichen Autos vorgenommen. Bei vielen Fahrzeugen wurde eine deutliche Überschreitung der zulässigen Grenzwerte festgestellt.

Die dem französischen Wirtschaftsministerium untergeordnete Behörde für Wettbewerb, Verbraucher und Betrugsbekämpfung (DGCCRF) prüfte die Fälle und hat der Justiz eine Reihe von Dossiers vorgelegt. Den deutschen Autobauer Opel, den PSA übernehmen wird, entlastete die Behörde dagegen.

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