Automotive-Chef Torsten Walter geht - Kampf um Grammer geht weiter Deutsch-bosnischer Autozulieferer Prevent macht sich immer mehr Feinde

Sitztest beim Autozulieferer Grammer: Mitten im Kampf um Grammer kommt der Prevent-Gruppe mit Torsten Walter ein wichtiger Manager abhanden

Sitztest beim Autozulieferer Grammer: Mitten im Kampf um Grammer kommt der Prevent-Gruppe mit Torsten Walter ein wichtiger Manager abhanden

Foto: DPA / Grammer

Der deutsch-bosnische Automobilzulieferer Prevent gerät zunehmend unter Druck. Mitten im Machtkampf um den Konkurrenten Grammer nimmt Automotive-Chef Torsten Walter seinen Hut. Der frühere BMW-Manager verlässt Prevent nach sechs Jahren, wie die Eigentümerfamilie Hastor dem manager magazin bestätigte (Erscheinungstermin: 17. Februar).

Hintergrund sind die wachsenden Probleme des umstrittenen Zulieferers mit der Autoindustrie. Zwar ist der verschwiegene Konzern mit einem Umsatz von über drei Milliarden Euro inzwischen eine relevante Größe. Doch die Prevent Gruppe verprellt immer mehr Kunden.

Während die Inhaberfamilie von einem "wechselhaften" Auftragseingang und "normalen Zyklen" spricht, schauen große Hersteller zunehmend nach Alternativen. Jüngster Höhepunkt: Nach dem Einstieg der Hastors beim Konkurrenten Grammer suchten die Autokonzerne einen Weißen Ritter - und fanden ihn inzwischen mit dem chinesischen Zulieferer Jifeng.

Der Mittelständler will für 60 Millionen Euro rund 9,2 Prozent der Grammer-Aktien erwerben und den Hastors, die rund 20 Prozent halten, Paroli bieten.

Der Kampf um Grammer wird richtungsweisend für Prevent. Scheitern die Hastors mit dem Versuch, Durchgriff auf den 1,7 Milliarden Euro Umsatz schweren Wettbewerber zu bekommen, steht die mit Abstand wichtigste Konzernsparte Automotive vor schweren Zeiten. Die Partnerschaft mit dem wichtigsten Kunden VW ist nach dem spektakulären Lieferstopp, der Volkswagen  im Vorjahr zwang, tagelang die Bänder anzuhalten, belastet.

Gegen Daimler  klagt Prevent auf Schadensersatz in Höhe von knapp 42 Millionen Euro. Der bereits 2013 eingeleitete Ausweg, in die Textil- und Möbelindustrie einzusteigen, ist bisher nicht viel mehr als ein Hoffnungsträger. Mit dem Küchenhersteller Alno ist die größte Beteiligung ein Risikoinvestment mit ungewissem Ausgang.

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