Mittwoch, 26. Juni 2019

Elektroauto BMW stellt Hoffnungsträger i3 vor

Weltpremiere: So sieht BMWs Elektroflitzer i3 aus
BMW

BMW legt seinem Elektroauto i3 Spannung an: Die Bayern stellten das Fahrzeug zeitgleich in London, New York und Peking vor. Ab November ist das Fahrzeug im Handel. Bei der Weltpremiere durften große Worte natürlich nicht fehlen - doch BMWs Wagnis könnte aufgehen.

London - Das erste elektrisch angetriebene Serienmodell von BMW Börsen-Chart zeigen ist marktreif. Zu Preisen ab 34 950 Euro bringen die Bayern den i3 im November in den Handel. Der 3,99 Meter lange Kleinwagen mit Karbonkarosserie, gegenläufig angeschlagenen Türen und ungewöhnlich hohem Dach wurde heute in London enthüllt. Im luftig gestalteten und schlicht instrumentierten Innenraum bietet der Wagen Platz für vier Personen. Die komplette Antriebstechnik steckt in einem doppelten Fahrzeugboden aus Aluminium, erläuterte Projektleiter Ulrich Kranz.

BMW-Chef Norbert Reithofer sparte bei der zeitgleichen Präsentation des Wagens in New York nicht mit großen Worten: "Der BMW i3 ist mehr als nur ein Auto. Es ist ein revolutionärer Schritt hin zu nachhaltiger Mobilität", sagte Reithofer.

Vertriebsvorstand Ian Robertson erwartet einen rasanten Zuwachs bei Elektroautos auf den Straßen. Schon jetzt könnten Kunden durch Steuervorteile vor allem in den USA und europäischen Ländern sowie durch geringere Wartungskosten so viel Geld einsparen, dass das Interesse immer stärker werde. "Wir steigen in diesen Markt ein, um ein bedeutender Akteur zu werden", kündigte Robertson an.

Herzstücke des i3 sind ein Lithium-Ionen-Akku mit einer Kapazität von 22 Kilowattstunden und ein 125 kW/170 PS starker Elektromotor, der die Hinterachse antreibt. Er beschleunigt den i3 aus dem Stand in 7,2 Sekunden auf 100 km/h. Die Spitzengeschwindigkeit wurde aus Rücksicht auf die Reichweite auf 150 km/h begrenzt. Mit einer Akkuladung sind laut BMW im Alltagsbetrieb 130 bis 160 Kilometer möglich. Im genormten Fahrzyklus wurden 190 Kilometer Reichweite ermittelt.

"Risiko wird sich später auszahlen"

Wem das nicht reicht oder wem die Geduld für Ladezeiten von bis zu acht Stunden fehlt, der bekommt den i3 auch mit einem sogenannten Range Extender. Der Wagen hat dann zusätzlich einen Zweizylinder-Benzinmotor an Bord, der einen Generator antreibt und während der Fahrt Strom für den Elektroantrieb produziert. So steigt die Reichweite nach Herstellerangaben auf bis zu 340 Kilometer, bevor der nächste Lade- oder Tankstopp fällig wird.

Mit dem Fahrzeug erhöht BMW die Spannung im Rennen mit den Rivalen Audi und Daimler Börsen-Chart zeigen. Die Münchner setzen nicht nur auf Elektro-Autos, sie wagen den Schritt auf den kleinen und noch überschaubaren Markt der Stromer mit einem komplett neuen Wagen. Der i3 und später auch der i8 sollen Maßstäbe setzen, hoffen die Münchner: Neue Technik, neue Werkstoffe, neue Kunden. Für BMW birgt das Milliardenprojekt Risiken - mit den Erwartungen wächst die Fallhöhe für das ehrgeizige Projekt. Doch die Rechnung könnte aufgehen, meinen Experten.

"Natürlich geht BMW ein Risiko ein, aber es ist ein Risiko, das sich später auszahlen wird", sagt Autofachmann Ferdinand Dudenhöffer. Gerade in den großen Metropolen der Welt in China oder den USA werde das komplett neue E-Auto seinen Markt finden. Im Reich der Mitte herrschten Smog und Stau, die Politik suche dort nach Maßnahmen gegen den Verkehrs- und Umweltkollaps. BMW könne mit dem Elektroautos eine Lösung anbieten. Zum anderen verschaffe sich BMW aber einen deutlichen Vorsprung vor seinen Mitbewerbern, meint Dudenhöffer.

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