Montag, 22. April 2019

Porsches Ex-Finanzchef Gericht verurteilt Holger Härter zu Geldstrafe

Holger Härter vor dem Stuttgarter Landgericht: Der Ex-Finanzchef von Porsche muss 630.000 Euro zahlen

Das Landgericht Stuttgart hat den ehemaligen Porsche-Finanzchef Holger Härter wegen Kreditbetrugs zu einer Geldstrafe in sechsstelliger Höhe verurteilt. Die Richter blieben damit hinter dem von der Staatsanwaltschaft geforderten Strafmaß zurück. Für Härter geht der juristische Ärger unterdessen weiter.

Stuttgart - Härter habe bei Kreditverhandlungen mit der französischen Bank BNP Paribas 2009 unvollständige und unrichtige Angaben gemacht, erklärte Richter Roderich Martis am Dienstag in Stuttgart.

Härter wurde zu 180 Tagessätzen je 3500 Euro (insgesamt 630.000 Euro) verurteilt. Das Gericht blieb damit hinter dem von den Strafverfolgern geforderten Strafmaß zurück. Härters Anwälte kündigten an, in Revision zu gehen. Auch ein mitangeklagter Manager bekam eine Geldstrafe.

Die Staatsanwaltschaft hatte für Härter eine Haftstrafe von mindestens einem Jahr gefordert, die bei einer Bewährungsauflage von einer Million Euro zu einer dreijährigen Bewährungsstrafe hätte ausgesetzt werden können. (Az: 11 KLs 159 Js 77250/11). Kreditbetrug kann mit Geldstrafe oder Freiheitsstrafe bis zu drei Jahren geahndet werden. Die Verteidigung hatte in dem seit September vor der Wirtschaftsstrafkammer laufenden Prozess auf Freispruch plädiert.

Weiterer Prozess wegen Marktmanipulation

Dem 2009 gefeuerten ehemaligen Finanzvorstand Härter und einem Mitarbeiter wurde vorgeworfen, bei den Verhandlungen über einen 500-Millionen-Euro-Kredit der BNP den Finanzbedarf und Risiken des Autokonzerns zu gering angegeben zu haben. Dabei ging es um die Frage, ob der Wert von Kauf- und Verkaufoptionen auf Stammaktien von Volkswagen korrekt angegeben worden war.

Mit diesem Urteil ist Härter den juristischen Ärger allerdings noch nicht los: Er und sein damaliger Chef Wendelin Wiedeking haben noch einen Prozess wegen Marktmanipulation zu erwarten. Unter den Klägern, die im Rahmen der gescheiterten VW-Übernahme durch Porsche viel Geld verloren haben, sind zahlreiche US-Hedgefonds. Sie sehen sich getäuscht und fordern Schadenersatz in Milliardenhöhe von der Porsche SE.

ts/reuters/dpa

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