Trotz sinkender Verkäufe Porsche steigert Umsatz und Gewinn

Kurz vor seinem Börsengang erfreut der Sportwagenbauer Investoren mit soliden Halbjahreszahlen. Auch das langfristige Renditeversprechen von mehr als 20 Prozent bestätigt Porsche-Chef Oliver Blume noch einmal.
Gewagte Doppelrolle: Porsche-Chef Blume soll ab September die Führung des VW-Konzerns übernehmen

Gewagte Doppelrolle: Porsche-Chef Blume soll ab September die Führung des VW-Konzerns übernehmen

Foto: Marijan Murat / DPA

Der Börsenkandidat Porsche hat im ersten Halbjahr ungeachtet sinkender Verkäufe mehr umgesetzt und verdient. Wie die Volkswagen-Tochter am Donnerstag in Stuttgart mitteilte, stieg der Umsatz im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um 8,5 Prozent auf 17,9 Milliarden Euro.

Der operative Gewinn verbesserte sich um fast ein Viertel auf 3,48 Milliarden Euro. Die Umsatzrendite, bei der Umsatz und Gewinn miteinander in Beziehung gesetzt werden, kletterte auf 19,4 Prozent - das waren 2,5 Punkte mehr als zuvor. Für das Gesamtjahr streben die Stuttgarter einen Umsatz in der Größenordnung von 38 bis 39 Milliarden Euro und eine Rendite zwischen 17 und 18 Prozent an, langfristig von mehr als 20 Prozent, an.

Der Autobauer hatte bereits berichtet, dass von Januar bis Ende Juni rund 5 Prozent weniger Autos an Kunden ausgeliefert wurden. Neben den Einschränkungen durch den erneuten Ausbruch der Corona-Pandemie in China und anderen Märkten wirkten sich Engpässe bei Bauteilen und Probleme im Logistikbereich negativ aus.

Von der Volkswagen-Tochter soll im vierten Quartal ein Anteil von 12,5 Prozent an die Börse gebracht werden. Für Porsche-Chef Oliver Blume wird das allerdings nicht nur wegen des derzeit schwachen Marktumfeldes eine Herausforderung, sondern auch, weil er im September Nachfolger von VW-Konzernchef Herbert Diess werden und Porsche zugleich weiter führen soll.

Wegen möglicher Interessenkonflikte der beiden Posten machten sich zuletzt Bedenken breit, ob der Börsengang stattfindet und die versprochenen Vorteile bringt. Schon vor dem Paukenschlag aus Wolfsburg rechneten Insider mit einer schlechteren Bewertung von Porsche-Aktien als vor einigen Monaten noch. VW-Finanzchef Arno Antlitz zufolge wird der Plan aber "jetzt mit noch mehr Nachdruck als zuvor" vorangetrieben.

mg/dpa-afx, Reuters
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