Mittwoch, 22. Mai 2019

Nach Audi Auch Porsche streicht die Nachtschicht

Porsche-Mitarbeiter im Werk Leipzig: Die Stammbelegschaft ist zwar nicht betroffen, aber Leiharbeiter werden wohl ihren Job verlieren

Der Sportwagenbauer Porsche fährt vom Sommer an in Leipzig seine Produktion herunter. Nach den Betriebsferien soll vom 5. August an die Nachtschicht gestrichen und nur noch im Zwei-Schicht-System gearbeitet werden, sagte Werkssprecher Christian Weiß am Donnerstag. Derzeit werde mit dem Betriebsrat der Wechsel abgestimmt.

Wie viele Leiharbeiter ihren Job verlieren werden, ist noch unklar. "Die Stammbelegschaft ist jedoch nicht betroffen", betonte Weiß. Grund für den Produktionsrückgang ist unter anderem die schwache Nachfrage in China. Die "Leipziger Volkszeitung" hatte zuvor über die Streichung der Nachtschicht berichtet.

Vor gut einer Woche hatte Porsche Börsen-Chart zeigen in Leipzig den Grundstein für eine neue Karosseriefertigung gelegt. In der Messestadt soll in einigen Jahren die neue Generation des Macan vom Band rollen. Der kleine Geländewagen bekommt einen Elektroantrieb. In den Werksausbau werden nach Angaben von Porsche mehr als 600 Millionen Euro investiert.

2002 ging das sächsische Werk mit knapp 300 Mitarbeitern an den Start, inzwischen sind es laut Porsche 4300. Mit der Erweiterung sollen noch einmal 300 Mitarbeiter dazukommen.

Die deutsche Autoindustrie kämpft derzeit mit Absatzschwierigkeiten in China sowie Unsicherheiten durch den Brexit und den Handelsstreit zwischen den USA und China. Zudem belasten hohe Investitionen in die Umstellung auf Elektroautos. Die Branche reagiert daher mit Stellenstreichungen und Sparprogrammen. Erst vor zwei Tagen hatte auch Audi Börsen-Chart zeigen angekündigt, die Nachtschicht in Ingolstadt zu streichen.

mg/dpa-afx

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