Personalie facht Gerüchte um Apple-Auto an Porsche verliert Cayenne-Chef an Apple

Apples mysteriöses Autoprojekt "Titan" sorgt mit einer deutschen Personalie für Aufsehen: Apple hat Porsche einen seiner Top-Entwickler abgeworben, den Chassisexperten Manfred Harrer.
Da half auch der Cayenne nicht mehr: Porsche verliert den Cayenne-Baureihenleiter Manfred Harrer an Apple

Da half auch der Cayenne nicht mehr: Porsche verliert den Cayenne-Baureihenleiter Manfred Harrer an Apple

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MICHAELA REHLE/ REUTERS

Seit gut sieben Jahren fürchten viele in der Autobranche ein Geheimprojekt des IT-Riesen Apple. Unter dem Codenamen "Titan" hat Apple eine eigene Autosparte aufgebaut, um die sich seit Jahren wilde Gerüchte ranken. Eine Zeit lang warb Apple gezielt Experten für Elektroautos und autonomes Fahren von großen Autokonzernen ab. Schnelle Erfolge konnte Apples Team damit allerdings nicht vorweisen – zahlreiche der abgeworbenen Autoexperten suchten sich umgehend wieder neue Jobs.

Nun aber mehren sich die Zeichen, dass Apple mit seinem Autoprojekt, das häufig als "iCar" bezeichnet wird, doch weiter vorangekommen ist: Apple hat einen Abwerbungscoup in Deutschland gelandet. Laut manager-magazin-Informationen wechselt Top-Ingenieur Manfred Harrer von dem Stuttgarter Sportwagenbauer Porsche zu Apple. Zuerst hatte Business Insider über die Personalie berichtet .

Harrer war an der Entwicklung von Porsches Elektroauto Taycan beteiligt und gilt als Experte für autonomes Fahren. Seit Juli 2020 leitet der promovierte Ingenieur Porsches SUV-Baureihe Cayenne. Über seinen bevorstehenden Wechsel zu Apple verrät Harrers LinkedIn-Profil  noch nichts. Dafür über seinen Werdegang: Vor der Führung der Cayenne-Baureihe war Harrer vier Jahre lang Leiter der Chassisentwicklung in Porsches Entwicklungszentrum in Weissach, wo er auch bereits für Fahrzeugdynamik und Performance sowie Chassiskontrollsysteme zuständig war. Für die Konkurrenten BMW und Audi hat Harrer am Anfang seiner Berufslaufbahn gearbeitet.

Mögliche Auftragsfertiger für Apple formieren sich bereits

Promoviert hat der in München und an der University of Bath ausgebildete Ingenieur über die Charakterisierung des Lenkgefühls bei Fahrzeugen. Der Fahrzeugbau-Experte verfügt nach manager-magazin-Informationen zudem über gute Kenntnisse beim autonomen Fahren – das ohne Chassisbauexpertise kaum umzusetzen ist. Das lässt vermuten, dass Apple mit seinem Fahrzeugprojekt weiter fortgeschritten ist und sein mögliches Elektroauto zudem mit fortschrittlicher Technik für das autonome Fahren ausstatten will.

Zuletzt hatte es auch weitere Hinweise gegeben, dass Apple mit seinem Autoprojekt vorankommt: Vor wenigen Wochen berichtete die Nachrichtenagentur Bloomberg, dass Hyundai mit Apple beim Bau eines Elektroautos kooperieren werde. Hyundai zog die angebliche Bestätigung damals jedoch binnen Stunden zurück und erklärte nur noch, mit mehreren Autoherstellern über mögliche Kooperationen zu sprechen.

Darüber hinaus formieren sich bereits mögliche Partner für Apples Autobau-Ambitionen. So hat etwa Daimlers Großaktionär, der chinesische Autobauer Geely, im Januar gleich drei Kooperationen in China angeleiert. Eine davon soll zum Bau von Elektroautos mit Apples Auftragsfertiger Foxconn führen. Da liegt der Schluss nahe, dass auch Apple auf die Foxconn-Geely-Kooperation für den Autobau setzen könnte.

Hyundai hingegen gilt unter Branchenkennern nach den jüngsten Meldungen nicht mehr als potenzieller Apple-Autopartner. Der koreanische Autobauer hatte gegenüber Bloomberg zunächst bestätigt, mit dem IT-Riesen beim Autobau zusammenarbeiten zu wollen. Die Bestätigung hatten die Koreaner aber binnen Stunden aufgeweicht und dann offiziell nur mehr erklärt, mit mehreren Konzernen über E-Auto-Kooperationen zu sprechen.

Doch selbst dieser Rückzieher dürfte Apple wohl zu wenig gewesen sein. Der Tech-Konzern ist für seine strenge Geheimhaltung bei Projekten berüchtigt. Sobald sich ein potenzieller Partner auch nur halboffiziell als solcher outet, ist er nach Meinung vieler Branchenkenner für Apple bereits "verbrannt" – dürfte also nicht mehr für Kooperationen infrage kommen.

Bei der Batterietechnik könnte Apple möglicherweise auf seinen langjährigen chinesischen Partner CATL zugehen, der binnen kurzer Zeit zum weltweiten Riesen bei der Herstellung von Lithium-Ionen-Zellen  aufgestiegen ist.

Es gäbe auch noch weitere Kandidaten, bei denen sich Apple punkto Autobau-Expertise umsehen könnte: Etwa den neuen Autoriesen Stellantis, der Fusion der Autobauer PSA (Peugeot, Citroën, Opel) und FCA, also Fiat-Chrysler. FCA wird seit Längerem nachgesagt, sich als möglicher Auftragsfertiger für ein Apple-Auto ins Spiel gebracht zu haben. Apple und FCA schweigen dazu beharrlich, wie fast immer, wenn es um das Projekt "Titan" geht. Immerhin gab es vor Kurzem Gerüchte, dass Apples eigenes Auto, rein elektrisch angetrieben, im Jahr 2024 auf den Markt kommen soll.

wed
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