Oliver Blume Porsche-Chef bekräftigt Abschied vom Diesel

Oliver Blume, Vorstandschef von Porsche

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Porsche steigt als erster deutscher Autokonzern aus dem Diesel aus. "Von Porsche wird es künftig keinen Diesel mehr geben", sagte Vorstandschef Oliver Blume der "Bild am Sonntag". Porsche wolle sich künftig auf das konzentrieren, was das Unternehmen gut könne. "Das sind emotionale, leistungsstarke Benziner, Hybride und ab 2019 werden es auch reine Elektrofahrzeuge sein."

Porsche habe nie selbst Dieselmotoren entwickelt und produziert, sagte Blume weiter. "Dennoch hat das Image von Porsche gelitten. Die Dieselkrise hat uns viel Ärger bereitet." Gemeint ist die Diesel-Affäre um manipulierte Abgaswerte.

manager magazin berichtete bereits zuvor darüber, dass Porsche seine Elektropläne beschleunigt und spätestens 2027 nur noch der Sportwagen 911 mit einem Verbrennungsmotor angeboten werden soll. Nach dem für 2019 angekündigten Batteriemodell Taycan sollen zwischen 2022 und 2025 elektrische Versionen der Modelle Macan, Cayenne, Boxster und Panamera auf den Markt kommen.

2025 könnten den Plänen zufolge mehr als 75 Prozent aller verkauften Porsche-Fahrzeuge reine Elektromodelle sein. Porsche hätte dann eine breite Produktpalette, um den sportlichen Modellen des reinen Elektroautoanbieters Tesla jeweils etwas entgegenzusetzen (Den ganzen Text dazu finden Sie auf manager magazin premium  .)

Schon seit einiger Zeit bietet der Sportwagenbauer aus Zuffenhausen keine Diesel-Motorisierungen für seine Baureihen mehr an, doch war offen geblieben, ob dies auf Dauer so bleibt. Blume betonte, dass Porsche auch bei dem Schwenk zum Hybrid- und Elektromotor seine bisherigen Diesel-Kunden weiter betreuen werde.

Regierung will am Montag eine Entscheidung zur Dieselkrise fällen

Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) hat für den kommenden Montag (1. Oktober) eine Entscheidung der Bundesregierung über den Kurs in der Dieselkrise angekündigt. Sie sagte in Berlin, bei einem Koalitionsausschuss von CDU, CSU und SPD gehe es auch um die Frage, wie es "angesichts von Fahrverboten mit den Dieselautos" weitergehe. Merkel verwies auf ein Spitzentreffen mit den Chefs der deutschen Hersteller am Sonntagabend. "Wir haben über das Thema der Nachrüstungen gesprochen, und wir werden am nächsten Montag die Entscheidung finalisieren", sagte die CDU-Chefin.

Diesel-Anteil bei Porsche gefallen, seit Februar keinen Diesel mehr im Angebot

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Nach Angaben eines Porsche-Sprechers ist die Nachfrage nach Diesel-Modellen rückläufig. Im vergangenen Jahr 2017 habe der weltweite Diesel-Anteil von Porsche bei 12 Prozent gelegen. Seit Februar 2018 habe Porsche keinen Diesel mehr im Portfolio: "Aufgrund dieser veränderten Rahmenbedingungen haben wir uns entschieden, künftig keinen Diesel-Antrieb mehr anzubieten.".

Der Autobauer betonte: "Porsche verteufelt den Diesel nicht. Er ist und bleibt eine wichtige Antriebstechnologie." Für Porsche als Sportwagenhersteller, bei dem der Diesel traditionell eine untergeordnete Rolle gespielt habe, sei man aber zu der Überzeugung gelangt, künftig ohne Diesel auskommen zu wollen.

Der Sprecher bestätigte den Bericht des manager magazin, dass Porsche die Aktivitäten im Bereich Hybridtechnologie und Elektromobilität intensiviere. Bis 2022 würden dafür mehr als sechs Milliarden Euro investiert. Bis 2025 könnte bereits jedes zweite Neufahrzeug von Porsche einen Elektroantrieb haben - entweder als Hybrid oder rein elektrisch angetrieben.

Jahrzehntelang hatte Porsche keine Diesel-Motoren in seinen Autos. Mit den SUVs änderte sich die Linie, Porsche bot Diesel-Varianten mit Motoren der VW -Konzernschwester Audi an - und geriet damit in den Sog des Abgasskandals. Die Behörden ordneten Rückrufe für Zehntausende Fahrzeuge vom Typ Cayenne und Macan an. Außerdem ermittelt die Justiz, durchsuchte im April den Stammsitz in Zuffenhausen und nahm einen Manager zeitweise in Untersuchungshaft.

Die Dachgesellschaft Porsche SE hält zwar die Mehrheit an VW, dafür wurde die Porsche AG, die die Autos baut, in den VW-Konzern eingegliedert./sl/toz/DP/he

mit Nachrichtenagenturen