Absatz fällt vor Börsengang Jetzt spürt auch Porsche die Lockdowns und die Chipkrise

Die Lockdowns in China sowie die weltweite Chipkrise drücken die Porsche-Verkäufe im ersten Halbjahr. Das machte sich auch beim Elektro-Hoffnungsträger Taycan bemerkbar. Die Stuttgarter müssen sich kräftig ins Zeug legen, um 2022 noch das Vorjahresniveau zu erreichen.
Porsche Taycan: Der Absatz des E-Porsche ging im ersten Halbjahr um etwa 1000 Stück zurück

Porsche Taycan: Der Absatz des E-Porsche ging im ersten Halbjahr um etwa 1000 Stück zurück

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JAVIER ROJAS / imago images/ZUMA Wire

Der Sportwagenbauer Porsche hat beim Absatz im ersten Halbjahr einen Dämpfer hinnehmen müssen. Die Auslieferungen der Volkswagen-Tochter sanken zwischen Januar und Juni zum Vorjahreszeitraum um 5 Prozent auf 145.860 Fahrzeuge, teilte der Autobauer am Freitag mit . Neben den Einschränkungen durch den erneuten Ausbruch der Corona-Pandemie in China und anderen Märkten hätten sich anhaltende Engpässe bei Bauteilen und Probleme im Logistikbereich negativ ausgewirkt.

Im vergangenen Jahr hatte Porsche zum ersten Mal mehr als 300.000 Autos verkauft und sich damit dem Chipmangel noch entziehen können. Wollen die Stuttgarter 2022 nicht unter diese Marke fallen, müssen sie sich kräftig ins Zeug legen.

"Wir schauen optimistisch nach vorn und sind entschlossen, die verbleibenden Monate des Jahres mit voller Kraft zu nutzen", verspricht Vertriebsvorstand Detlev von Platen (58) laut Mitteilung . Mit Blick auf die zweite Jahreshälfte werden Anleger am kommenden Montag womöglich auch noch mal genau nachfragen. Denn zu Wochenbeginn will Porsche auf einem Kapitalmarkttag bei seinen Investoren für seinen geplanten Börsengang werben.

Immerhin: Trotz der empfindlichen Absatzeinbußen kommt Porsche im ersten Halbjahr noch glimpflicher davon als Wettbewerber BMW. Der Münchener Autobauer hatte vor wenigen Tagen berichtet, dass er in den ersten sechs Monaten weltweit 13,3 Prozent weniger Autos verkauft hat – allerdings war der Vergleichszeitraum 2021 auch das stärkste Halbjahr in der Firmengeschichte von BMW.

Absatz in Europa steigt, Verkäufe in China und USA brechen ein

In Europa stieg die Anzahl der Verkäufe in den ersten sechs Monaten um 7 Prozent auf 43.087 Autos. Auf dem Heimatmarkt legte Porsche um 5 Prozent auf 13.785 Fahrzeuge zu. In China, dem größten Einzelmarkt, wurden 40.681 Sportwagen verkauft, ein Rückgang von 16 Prozent infolge monatelanger Lockdowns in vielen Städten.

In den USA wurden 32.529 Fahrzeuge ausgeliefert, ein Minus von 10 Prozent zum ersten Halbjahr des Vorjahres. Im ersten Quartal war ein Frachter mit 4000 Autos der VW-Gruppe, darunter auch zahlreiche der Marke Porsche, auf dem Weg in die USA ausgebrannt und anschließend gesunken. Das ist ein Grund für den dortigen Absatzrückgang gewesen.

Cayenne meistverkaufter Porsche, Taycan-Absatz sinkt

Den Angaben zufolge  bleiben SUV im ersten Halbjahr die beliebtesten Fahrzeuge bei Porsche. 41.947 Kunden nahmen ein Fahrzeug des Typs Cayenne entgegen. Der Macan kam auf 38.039 Auslieferungen. Die Sportwagenikone 911 wurde weltweit an 21.616 Kunden ausgeliefert. Der Elektro-Porsche Taycan kam auf 18.877 Auslieferungen – und damit etwa 1000 weniger als im Vorjahreszeitraum. In vollelektrische Autos sind deutlich mehr Chips verbaut, deshalb trifft sie der Halbleitermangel auch stärker als andere Modelle.

rei mit DPA
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