Montag, 19. August 2019

Verdacht auf Bestechung und Untreue Razzia bei Porsche - Untreue-Verdacht gegen hochrangige Mitarbeiter

Räume bei Porsche und Finanzbehörden durchsucht: Verdacht auf Bestechung und Untreue

Es geht um den Verdacht auf Bestechung und Untreue. Mit 176 Einsatzkräften haben Staatsanwaltschaft, Steuerfahndung und Landeskriminalamt am Dienstag verschiedene Standorte der VW-Tochter Porsche und Finanzbehörden durchsucht. Laut Staatsanwaltschaft soll nach den bisherigen Ermittlungen ein Beamter des Konzernprüfungsamtes Stuttgart bei laufender Betriebsprüfung geheime Informationen an einen Steuerberater der Porsche AG Börsen-Chart zeigen verraten und im Gegenzug Vorteile angenommen haben.

Darüber hinaus bestehe der Verdacht, dass einem ehemaligen Betriebsratsmitglied unverhältnismäßig hohe Vergütungen gezahlt worden seien, hieß es weiter. Hintergrund sollen laut einem Bericht der "Wirtschaftswoche" hohe Zahlungen an den früheren Porsche-Betriebsratschef Uwe Hück sein, der aber selbst nicht zu den Beschuldigten gehört.

Fünf Porsche-Mitarbeiter, teilweise Führungskräfte, und der auch im anderen Fall verdächtigte Steuerberater könnten sich damit unter anderem wegen Untreue strafbar gemacht haben, so ein Sprecher der Staatsanwaltschaft. Der Betriebsrat selbst gehört nicht zu den Beschuldigten.

Unklar ist, ob die Ermittlungen wegen des Betriebsratsgehalts im Zuge der Untersuchungen bei der Betriebsprüfung aufgekommen waren. Es gehe dabei um zwei unabhängige Sachverhalte, sagte ein Sprecher der Staatsanwaltschaft Stuttgart lediglich.

Büroräume, Behörden-Büros und Kanzlei durchsucht

Durchsucht wurden neben Büroräumen des Sportwagenbauers in Stuttgart und Weissach auch die Finanzbehörden, die Kanzlei des Steuerberaters sowie Privatwohnungen in den Landkreisen Karlsruhe und Pforzheim sowie im Ostalbkreis. Dabei seien Unterlagen und Datenträger sichergestellt worden. Um welchen Betriebsrat es ging, wollte der Sprecher der Staatsanwaltschaft nicht sagen.

Auch ein Porsche-Sprecher bestätigte lediglich die Ermittlungen und sagte, der Autobauer kooperiere vollumfänglich mit den Behörden.

Parallelen zu Volkswagen

Der Fall birgt Parallelen zu Volkswagen Börsen-Chart zeigen . Dort hatte die Staatsanwaltschaft ebenfalls wegen des Verdachts der Untreue ermittelt, ob Arbeitnehmervertretern zu hohe Gehälter genehmigt worden waren. Auch dort zählten Betriebsräte nicht zu den Beschuldigten. Volkswagen hatte daraufhin die Gehälter führender Arbeitnehmervertreter zeitweise gedeckelt

dpa/afp/akn

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