Hochleistungszellen Porsche baut Batteriezellenfabrik in Stuttgart

Der Sportwagenbauer Porsche will in seiner neuen Batteriefabrik Hochleistungszellen entwickeln, die in weniger als 15 Minuten geladen werden können. Die Produktion soll im Jahr 2024 beginnen.
Turbo mit Elektroantrieb: Die Energiedichte der neuen Zelle soll rund 40 Prozent über der Dichte der Taycan-Zelle liege

Turbo mit Elektroantrieb: Die Energiedichte der neuen Zelle soll rund 40 Prozent über der Dichte der Taycan-Zelle liege

Foto: DANIEL ROLAND/ AFP

Der Sportwagenbauer Porsche hat nähere Details zu seiner in Deutschland geplanten Batteriezellenfabrik bekannt gegeben. So werde die Volkswagen-Tochter gemeinsam mit dem Zellspezialisten Customcells aus Itzehoe das Joint Venture Cellforce Group gründen, teilte das Unternehmen am Sonntag mit. Sitz des neuen Unternehmens sei Tübingen, die Produktionsanlage selbst soll aber in der Nähe des Porsche-Stammsitzes Stuttgart-Zuffenhausen sein. Ende April hatte der Sportwagenbauer angekündigt, eine Batteriezellenfabrik in Tübingen zu bauen.

Die Fabrik soll Hochleistungs-Batteriezellen für Elektroautos entwickeln und fertigen. Die Kapazität soll einmal 100 Megawattstunden pro Jahr erreichen, das wären Batteriezellen für etwa 1000 Fahrzeuge. Allerdings konzentriere sich die neue Firma auf Batteriezellen für Sonderfahrzeuge wie etwa im Bereich des Motorsports oder für Sondermodelle, wie es in der Mitteilung weiter hieß. Die Produktion soll 2024 starten, bis 2025 sollen dort 80 Mitarbeiter arbeiten. Porsche investiert eine hohe zweistellige Millionensumme in die neue Cellforce Group und hält 83,75 Prozent der Anteile, den Rest besitzt die Fraunhofer-Ausgründung Customcells.

"Zusammen entwickeln wir eine neue Batteriegeneration: Die Energiedichte wird rund 40 Prozent über der starken Taycan-Zelle liegen", sagte Porsche-Chef Oliver Blume (53) der "Welt am Sonntag". Durch die Zellchemie verkürze sich die Ladezeit deutlich. "Heute ist der Taycan in 22,5 Minuten von fünf auf 80 Prozent geladen. Die Hochleistungszellen wird man in weniger als 15 Minuten laden können", sagte Blume. Damit nähere man sich der Dauer eines traditionellen Tankvorgangs. Die Reichweite steige bei gleichem Gewicht um gut 100 Kilometer.

mg/Reuters, dpa-afx
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