Nach langen Verhandlungen Formel 1 ändert Regelwerk und macht Weg frei für Porsche und Audi

Die Formel 1 hat ihr lang verhandeltes Regelwerk veröffentlicht. Durch mehr Nachhaltigkeit und eine Budgetdeckelung steht nun Audi und Porsche der Weg in die Rennserie offen. Doch die haben noch nicht endgültig entschieden.
Porsche drängt in die Formel 1. Lieblingspartner der Stuttgarter ist der Rennstall Red Bull.

Porsche drängt in die Formel 1. Lieblingspartner der Stuttgarter ist der Rennstall Red Bull.

Foto: Vladimir Rys/ Bongarts/Getty Images

Der Automobil-Weltverband FIA hat nach monatelanger Hängepartie das Reglement für die Formel-1-Motoren ab der Saison 2026 bestätigt und damit die Grundlage für einen Einstieg von Porsche und Audi gelegt. Am Dienstag genehmigte der Motorsport-Weltrat den Entwurf, der die technischen und wirtschaftlichen Rahmendaten für die neuen Hybrid-Antriebe festschreibt.

Neulingen bleiben ab der Entscheidung des Weltrates nun 15 Tage Zeit, um einen Einstieg fest zuzusagen. Porsche dürfte dabei eine Kooperation mit dem Spitzenteam Red Bull eingehen. Spekuliert wird gar, dass das deutsche Unternehmen 50 Prozent der Anteile am Rennstall von Weltmeister Max Verstappen (24) übernimmt.

Ein Porsche-Sprecher sagte gegenüber manager magazin: "Wir begrüßen das neue Regelwerk." Er bestätige Gespräche mit Red Bull. manager magazin hatte zuvor über das Interesse der Stuttgarter berichtet, beim Weltmeister einzusteigen. Auch Audi traf am Mittwoch keine Entscheidung über eine Teilnahme an der Formel 1, da sich der Autobauer bis zum kommenden Montag im Werksurlaub befinde. Ein Sprecher bestätigte gegenüber manager magazin lediglich, dass Gespräche mit Rennställen liefen, wollte aber keine Namen nennen. Man rechne mit einer Entscheidung bis Ende des Monats. Zuvor war ein Versuch von Audi-Chef Markus Duesmann (53) gescheitert, den britischen Sportwagenhersteller McLaren samt Rennstall zu übernehmen. 

Während die Verbindungen zwischen Porsche und Red Bull seit einer ganzen Weile ein offenes Geheimnis sind, ist der mögliche Weg für Konzernschwester Audi noch nicht klar abgesteckt. Beide VW-Marken hatten ihr grundsätzliches Interesse an einem Einstieg ab 2026 längst bekundet, eine offizielle Verkündung hing aber stets von einer finalen Einigung über das Reglement ab. In den vergangenen Monaten wurde diese immer wieder aufgeschoben, da auch die Hersteller Mercedes, Ferrari und Renault, die aktuell schon in der Formel 1 aktiv sind, um ihre Interessen kämpften.

Elektromotoren und Budgetgrenze

Die Motoren ab der Saison 2026 sollen günstiger, relevanter für die Serienproduktion und nachhaltiger werden, das war auch die von Porsche und Audi formulierte Voraussetzung. Das neue Regelwerk macht auch den Elektromotor relevanter, erstmals liefert er dieselbe Kraft wie der Verbrenner. Zudem müssen die Piloten mit 100 Prozent nachhaltigem Kraftstoff fahren.

Um das Rennen sportlich fairer zu gestalten, führte die Formel 1 außerdem ein Maximalbudget ein. Seit 2021 dürfen die Teams nicht mehr als 145 Millionen Dollar pro Saison ausgeben, bis 2025 wird die Obergrenze auf 135 Millionen Euro reduziert. Die Spitzenteams, die 600 bis 700 Leute beschäftigen, streichen deshalb bereits Stellen.

Seit 2016 der US-Konzern Liberty Media die Formel 1 kaufte, änderte sich einiges in der wichtigsten Rennserie der Welt. Die neuen Eigentümer setzten auf Social-Media, eine Kooperation mit Netflix und versuchen, den US-amerikanischen Markt zu erobern, in dem bis vor Kurzem kaum Interesse an der Formel 1 bestand. 2017 setzte Liberty Media auch Formel-1-Langzeitchef Bernie Ecclestone (91) ab, was einen Aufbruch in der Rennserie auslöste , wie manager magazin berichtete.

fw/sid
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