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Poker um Airbaghersteller Takata Warum das Takata-Debakel für die deutschen Autobauer noch teuer werden könnte

Das Versagen der Airbags des japanischen Herstellers Takata sorgt in der Automobilbranche weiter für Aufregung - und könnte auch für die deutschen Autobauer noch teuer werden.

Am Dienstag verdichteten sich zwar Berichte, dass die Japaner möglicherweise ein US-Tochterunternehmen verkaufen  und damit dringend benötigtes Kapital für die laufenden Rückrufe in die Kassen bekommen könnte. Doch die geschätzten168 Millionen Verkaufserlöse  für den Auto-Innen-Spezialisten Irvin Automotive Products dürften nur ein Tropfen auf den heißen Stein sein - angesichts von erwarteten Rückrufkosten von mehr als 10 Milliarden Dollar.

Autobauer wollen bei Spitzentreffen über weiteres Vorgehen beraten.

Um darüber zu beraten, wie es mit dem Airbag-Spezialisten weiter gehen soll, trifft sich in dieser Woche laut einem Bloomberg-Bericht  die Takata-Spitze offenbar gleich mit einer ganzen Reihe von Kunden aus der Automobilbranche.

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Zu den Autobauern, die Airbags der Japaner verbaut haben, gehören neben Honda und Toyota auch Daimler, BMW, Volkswagen, Ford , Fiat und Jaguar Land Rover. Bei Unfällen waren wiederholt Autoinsassen wegen defekter Takata-Airbags gestorben.

Bei dem Treffen soll es darum gehen, was mit Takata passieren soll, für das oder für dessen Teile es offenbar mittlerweile mehrere Kaufinteressenten gibt. So haben Berichten zufolge die Takata-Konkurrenten Daicel und Key-Safety-Systems Interesse signalisiert - jeweils mit Unterstützung von Bain Capital beziehunsgweise Carlyle. Und auch der Finanzinvestor KKR soll angeblich Angebote für bestimmte Szenarien abgegeben haben.

Poker um mögliche Teilinsolvenz

Das heißt allerdings nicht, dass alle Bieter am Fortbestehen des Unternehmens in seiner urspünglichen Form interessiert sind. So soll auch eine mögliche Insolvenz  oder Teilinsolvenz zu den möglichen Szenarien zählen, da die Investoren verständlicherweise kein Interesse haben, mit dem Unternehmen auch die enormen Altlasten von Takata zu übernehmen.

Genau dies dürfte allerdings ein Szenario sein, dass den Autobauern nicht wirklich zusagen dürfte, drohen sie doch so auf den Kosten für den Rückruf sitzen zu bleiben.

Der von Takata-Berater Lazard vorgebrachte Vorschlag, einen Topf für Rechtsstreitigkeiten einzurichten, in den neben Takata auch die Autobauer und die neuen Investoren einzahlen sollen, stieß angeblich bei Takata-Großaktionär und Kunde Honda auf Gegenwehr .

"Autobauer in vertrackter Situation"

"Die Autobauer sind in einer vertrackten Situation", zitierte Bloomberg  den Autoanalysten Koju Endo. Natürlich könne Takata nicht die gesamten Kosten alleine tragen. Sollten die Autobauer allerdings nicht ausreichende Zugeständnisse machen, drohten die potenziellen Käufer mit Rückzug. Die ausreichende Versorgung mit Airbags sei damit nicht mehr gewährleistet. Dies dürfte ebenfalls nicht im Sinne der Autobauer sein.

Angesichts der komplizierten Gemengelage erwarten Beobachter deshalb, dass es bis zu einer Lösung noch einige Monate, sprich bis 2017 ,  dauern könnte.

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