Pkw-Verkäufe China schlägt Europa mit Rekord-Zulassungszahlen

Noch nie sind in China so viele Autos zugelassen worden wie in den ersten beiden Monaten dieses Jahres. Ein weiteres Merkmal dafür, dass die Volksrepublik die Corona-Krise weit hinter sich lässt.
Begehrte Blicke: Während hierzulande die Autohäuser noch geschlossen sind, wird in China schon wieder kräftig gekauft

Begehrte Blicke: Während hierzulande die Autohäuser noch geschlossen sind, wird in China schon wieder kräftig gekauft

Foto: WANG ZHAO / AFP

China konnte in den ersten beiden Monaten dieses Jahres seinen Vorsprung beim PKW-Verkauf gegenüber Europa deutlich steigern. Dies belegt eine Studie des Duisburgers CAR-Center Automotive Research, die den Zeitungen der "Funke Mediengruppe" einem Vorabbericht zufolge, vorliegt.

Während im Januar und Februar in Europa 1,52 Millionen Autos verkauft wurden, waren es laut der Studie in China 3,96 Millionen Fahrzeuge. Noch vor einem Jahr seien im selben Zeitraum in Europa 1,99 Millionen Fahrzeuge verkauft worden und in China lediglich 1,6 Millionen. "In China wurden noch nie in den ersten beiden Monaten eines Jahres so hohe Pkw-Zulassungszahlen wie im Jahr 2021 realisiert", eklärt der Leiter der Studie Ferdinand Dudenhöffer (69) in dem Bericht. Dies sei ein klares Zeichen, dass China wirtschaftlich die Corona-Pandemie hinter sich gelassen habe, während sich Europa noch sehr tief in der Krise befinde.

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Foto: Ding Ting / imago images/Xinhua

Allein in Deutschland wurden im Januar und Februar ein Viertel weniger Fahrzeuge verkauft als noch im selben Zeitraum des vergangenen Jahres, nämlich nur noch rund 364.000 anstatt der 486.000 Pkws aus dem Vorjahr, heißt es weiter. Andere westeuropäische Länder waren noch stärker betroffen. In Portugal und Spanien gingen die Pkw-Neuwagenverkäufe um etwa 46 Prozent zurück und in Dänemark um 40 Prozent. Besser kam den Daten zufolge unter den EU-Ländern Irland davon – mit einem Minus von 11 Prozent. Als einziges westeuropäisches Land verzeichnete Norwegen der Studie zufolge einen Anstieg bei den Pkw-Verkäufen mit 20.988 Fahrzeugen – 5 Prozent mehr als im Vorjahreszeitraum.

"Von einer Rückkehr zu den Verkaufsergebnissen vor Corona ist Europa noch viele Jahre entfernt", prognostiziert Dudenhöffer. Dies habe auch Folgen für die Produktionsstandorte. So habe nach CAR-Berechnungen die Bilanz zwischen Gesamtabsatz und Produktion in China im Jahr 2019 bei 99 Prozent gelegen. "Wer in China Autos verkaufen will, muss diese in China bauen", stellt der CAR-Direktor fest. "Die deutlichen Schwächen in der Pandemie-Bekämpfung in Europa werden damit den Automobilstandort Deutschland und Europa in der Zukunft weiter schwächen." Spätestens ab dem Jahr 2022 werde Chinas Automarkt doppelt so groß sein wie der europäische Markt, glaubt Dudenhöffer.

mg/Reuters
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