"Unvorhergesehener Terminkonflikt" Piëch lässt Hauptversammlung der VW-Mutter sausen

Ferdinand Piëch: Mist, da ist ihm doch glatt der Porsche-Termin durchgerutscht

Ferdinand Piëch: Mist, da ist ihm doch glatt der Porsche-Termin durchgerutscht

Foto: Sean Gallup/ Getty Images

Der einstige Volkswagen-Patriarch Ferdinand Piëch hat seine Teilnahme an der Hauptversammlung des VW -Mutterkonzerns Porsche SE (PSE) abgesagt. PSE-Aufsichtsratschef Wolfgang Porsche nannte am Mittwoch einen "unvorhergesehenen Terminkonflikt" als Grund dafür. Die Erklärung sorgte für Gelächter unter den Aktionären. Nach Informationen der dpa hatte der 79 Jahre alte Piëch noch am Abend zuvor an der PSE-Aufsichtsratssitzung teilgenommen.

Das Verhältnis zwischen Wolfgang Porsche und seinem Cousin Ferdinand Piëch gilt als belastet. Im vergangenen Jahr hatte Piëch nach einem Machtkampf mit dem damaligen VW-Chef Martin Winterkorn den Posten des Aufsichtsratsvorsitzenden bei VW abgegeben. Seitdem hatte er keine großen öffentlichen Auftritte mehr, auch die PSE-Hauptversammlung im vergangenen Jahr hatte er sausen lassen.

Der VW-Großaktionär Porsche erwartet trotz der hohen Lasten des Dieselskandals langfristig steigende Ertragskraft von den Wolfsburgern. "Wir sind fest davon überzeugt, dass der Volkswagen-Konzern über ein langfristiges Wertsteigerungspotenzial verfügt", sagte der Vorstands- und Finanzchef der von den Familien Porsche und Piech kontrollierten Holding, Hans Dieter Pötsch, auf der Hauptversammlung am Mittwoch in Stuttgart.

"Kerngeschäft von VW ist gesund und robust"

Mit dem gut 15 Milliarden Dollar teuren Vergleichsvorschlag für den Großteil der manipulierten Dieselautos in den USA habe VW einen wichtigen weiteren Schritt zur Bewältigung der Diesel-Affäre gemacht, sagte Pötsch, der

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zugleich Aufsichtsratsvorsitzender von Volkswagen ist. "Bei allen Schwierigkeiten, mit denen der Volkswagen-Konzern derzeit in Folge der Dieselthematik konfrontiert ist, sollten wir uns immer wieder vor Augen führen, dass dessen Kerngeschäft gesund und robust ist", ergänzte Pötsch vor den mehr als 4000 Kleinaktionären. Diese halten stimmrechtslose Vorzugsaktien an der Porsche SE, während die Familien mit den Stammaktien das Sagen haben.

Der mit gut 52 Prozent an Volkswagen beteiligte Großaktionär rechnet nach dem Milliardenverlust bei VW im vergangenen Jahr in Folge des Abgasskandals für 2016 wieder mit Gewinn. Pötsch bekräftigte die Prognose der Porsche SE eines Konzerngewinns zwischen 1,4 und 2,4 Milliarden Euro.

Volkswagen hatte erklärt, zusätzlich zu den bereits beiseite gelegten 16,2 Milliarden Euro (umgerechnet rund 18 Milliarden Dollar) keine Rückstellungen vornehmen zu müssen, um die Vergleichskosten von rund 15 Milliarden Dollar zu stemmen.

Die Niedersachsen hatten im September auf Druck der US-Umweltbehörden zugegeben, Diesel-Abgaswerte mit einer Software manipuliert zu haben. Der Vergleich in den USA beinhaltet die Rücknahme von rund 475.000 Fahrzeugen, Umweltfonds und einen Vergleich für Verbraucherschutzklagen von US-Bundesstaaten. Insgesamt sind weltweit rund elf Millionen Fahrzeuge des Konzerns von der Manipulation betroffen.

Die Porsche SE - fünf Fakten zum Finanzvehikel im Video:

Wochit / manager-magazin.de
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