Absatzkrise Europa Peugeot verharrt tief in den roten Zahlen

Der angeschlagene Autobauer PSA Peugeot Citroen macht erste Anzeichen einer Erholung aus. Doch auch wenn sich die Verluste reduzieren, gerade im Kerngeschäft bleibt die Lage angespannt. Die EU hat indes Staatsbeihilfen für den Konzern genehmigt.
Sparprogramm: Ein Peugeot-Werk bei Paris wird mit Zustimmung der Gewerkschaften bis Ende 2014 geschlossen

Sparprogramm: Ein Peugeot-Werk bei Paris wird mit Zustimmung der Gewerkschaften bis Ende 2014 geschlossen

Foto: © Benoit Tessier / Reuters/ REUTERS

Paris - Die Autoflaute in Europa hat den französischen Hersteller PSA Peugeot Citroën  auch im ersten Halbjahr 2013 tief in die roten Zahlen gezogen. Unter dem Strich machte der Konzern 426 Millionen Euro Verlust, teilte das Unternehmen am Mittwoch mit.

Zwar war das nur noch gut die Hälfte im Vergleich zum Vorjahreszeitraum - allerdings kommt vor allem die Autosparte nur mühsam vom Fleck. In ihrem Kerngeschäft machten die Franzosen 510 Millionen Euro Verlust, nach 657 Millionen im ersten Halbjahr 2012.

Auch der Umsatz gab angesichts weniger verkaufter Autos nach. In Europa ging der Absatz um knapp 13 Prozent auf 27,7 Milliarden Euro zurück, die Pkw-Sparte büßte knapp 8 Prozent ihrer Erlöse ein.

Konzernweit konnte die Zulieferer-Tochter Faurecia den Rückgang dämpfen. Leise Hoffnung für das Kerngeschäft macht zumindest das Plus in China, wo PSA allerdings nicht auf Augenhöhe mit Konkurrenten wie Volkswagen  unterwegs ist.

Immerhin sei das Sparprogramm, mit dem PSA-Chef Philippe Varin den Konzern wieder in die Spur bringen will, auf gutem Weg. Die Gewerkschaften hatten Ende April grünes Licht für das Aus des Werks Aulnay bei Paris bis Ende 2014 gegeben und dem Sparpaket zugestimmt, durch das insgesamt 8000 Stellen wegfallen sollen.

Beihilfe genehmigt: Grünes Licht für Peugeot-Umbau

Indes hat die EU-Kommission die Umstrukturierungsbeihilfen der französischen Regierung für den schwächelnden Automobilhersteller genehmigt, wie die Behörde in Brüssel mitteilte mit. Es sei sichergestellt, dass die Unterstützung aus öffentlichen Mitteln keine allzu negativen Auswirkungen auf Wettbewerber habe, hieß es. EU-Wettbewerbskommissar Joaquín Almunia erklärte: "Das Ergebnis ist ausgewogen und eröffnet der PSA die Chance, ihre Tätigkeit auf einem soliden Fundament fortzuführen."

Bei der Beihilfe geht es unter anderem um eine staatliche Garantie für Anleihen der zum Autokonzern gehörenden Banque PSA Finance bis zu einem Kapitalbetrag von sieben Milliarden Euro. Da diese staatliche Garantie den Konzern deutlich weniger kostet als die Garantie einer anderen Bank, beziffert die Kommission den Vorteil dieser Staatsgarantie für das Unternehmen auf 486 Millionen Euro. Hinzu kommt ein rückzahlbarer Vorschuss für Forschungsarbeiten in Höhe von 85,9 Millionen Euro. Zusammen macht das 571,9 Millionen Euro.

Die Bank des Konzerns darf die Staatsgarantie allerdings nicht nutzen, um günstige Kredite an Autokäufer vergeben. Wenn der Anteil der über die eigene Bank finanzierten Autokäufe allzu stark klettert, muss die Bank höhere Gebühren für die Staatsgarantie zahlen. Das soll verhindern, dass Peugeot Citroën durch billige Kredite aus Staatsgeldern den Konkurrenten Marktanteile wegschnappt.

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rei/dpa/rtr
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