Zoff mit Zulieferer Betriebsratschef Osterloh warnt VW-Vorstand

Betriebsratschef Bernd Osterloh sitzt im Aufsichtsrat von Europas größtem Autobauer. Sollte VW wegen Zuliefererstreit und Abgasaffäre Kündigungen planen, hätte dies Konsequenzen, so Osterloh.
Bernd Osterloh: "Dann müssten wir auch den Vorstand verkleinern"

Bernd Osterloh: "Dann müssten wir auch den Vorstand verkleinern"

Foto: HANNIBAL HANSCHKE/ REUTERS

VW-Betriebsratschef Bernd Osterloh hat angesichts des Zulieferstreits und der Abgasaffäre bei Volkswagen vor betriebsbedingten Kündigungen gewarnt. "Stammbelegschaft ist Stammbelegschaft, sagte Osterloh der "Bild"-Zeitung. "Wenn sich jemand trauen sollte, dort abbauen zu wollen, müssten wir auch den Vorstand verkleinern!"

Osterloh hat selbst eine einflussreiche Position: Er ist Mitglied des Aufsichtsrats und vertritt dort die Interessen der Arbeitnehmer. Über die Personalentscheidungen müsse man sich im Aufsichtsrat unterhalten, sagte er der Zeitung.

Der Autokonzern aus Wolfsburg steckt zurzeit in einer Krise. Der heftige Streit mit zwei Zulieferern hat die Produktion des wichtigsten Volkswagen-Modells Golf im Stammwerk lahmgelegt. Zudem prüfte der Konzern die Möglichkeit zur Kurzarbeit.

Betroffen sind Beschäftigte unter anderem in Montage, Karosseriebau, Lackiererei, Presswerk und Qualitätssicherung. Für die Standorte Braunschweig, Zwickau und Kassel wird dies ebenfalls erwogen. Im Passat-Werk Emden wurde schon für 7500 Beschäftigte Kurzarbeit angemeldet.

Insgesamt seien mehr als 20.000 VW-Mitarbeiter betroffen, die nicht so arbeiten können wie normal, sagte ein VW-Sprecher.

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