Sonntag, 31. Mai 2020

Spekulation um Opel-Jobs Zwei Jahre Gnadenfrist für Tausende Opelaner?

Gehen Sie wieder auf die Straße? Schon im Jahr 2009 bangten Beschäftigte um ihre Jobs

2. Teil: Opel soll Peugeot nur 2 Milliarden Dollar wert sein

Premierministerin Theresa May und Bundeskanzlerin Angela Merkel jedenfalls ließen sich fortwährend über den Stand der Dinge unterrichten, versichern Sprecher beider Regierungen am Montag. May werde noch diese Woche mit Peugeot-Chef Tavares sprechen und wolle die Interessen der heimischen Werke mit allen Mitteln verteidigen, heißt es. Vauxhall beschäftigt in Ellesmere Port (Astra) und in Luton (Vivaro) zusammen rund 3400 Mitarbeiter.

Britische Analysten glauben, dass die Werke auf der Insel stärker von einer Schließung bedroht seien, weil es ungleich teurer wäre, deutsche Standorte zu schließen.

Schließung deutscher Standorte angeblich deutlich teurer

Bei einer Übernahme gelten in Deutschland nach ersten Expertenmeinungen das Komponentenwerk Kaiserslautern und das Kleinwagenwerk (Corsa/Adam) in Eisenach als gefährdet. Opel-Chef Karl-Thomas Neumann, der bei einem Verkauf seinen Job wohl behalten soll, hatte vergangene Woche quasi in vorauseilendem Gehorsam den anstehenden Eigentümerwechsel als "prinzipiell sinnvoll" bezeichnet. "Hier eröffnet sich die Chance, einen europäischen Champion zu schaffen", versuchte Neumann Optimismus in einem Brief an die Belegschaft zu verbreiten.

Opel soll Peugeot nur 2 Milliarden Dollar wert sein

Die Frage, zu welchem Preis Peugeot Opel letztlich erwerben wird, dürfte auch von möglichen Zusagen abhängen. Insofern sind kolportierte Zahlen über den Kaufpreis mit Vorsicht zu genießen. Bloomberg berichtete Ende vergangener Woche unter Berufung auf informierte Kreise, dass sich bei dem angestrebten Deal eine Bewertung von 2 Milliarden Dollar für Opel abzeichne. Etwa die Hälfte davon könne PSA in bar und bezahlen und zudem etwa 1 Milliarde Dollar Schulden übernehmen.

Nicht unbedeutend für den Kaufpreis dürfte auch die Frage sein, welche Pensionslasten sich Peugeot mit dem Kauf der Europa-Tochter in die Bücher holt. Allein für den britischen Ableger Vauxhall sollen sie laut Reuters umgerechnet rund 1,2 Milliarden Euro betragen, für Opel sogar bei 4,6 Milliarden Euro. Muss Peugeot die Lasten komplett von GM übernehmen, könnte der Stellenabbau noch größer ausfallen, sagen Insider.

Die Gespräche zwischen GM und Peugeot sind offenbar schon sehr weit gediehen. Deutsche Sonntagszeitungen berichteten, spätestens bis zu Beginn des Genfer Autosalons in gut zwei Wochen sollen die Verträge unterzeichnet sein. Schon am Donnerstag zur Bilanzpressekonferenz könnte PSA-Chef Tavares die Eckpunkte für die angestrebte Übernahme des Traditionskonzerns vorgelegen.

Dann könnte das Zittern wohl erst richtig losgehen.

mit Nachrichtenagenturen

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