Mittwoch, 19. Februar 2020

Verkauf an Peugeot GM stellt Bedingungen für Opel-Deal

Opel-Logo: Der Blitz soll unter Peugeot-Ägide wieder glänzen, doch die Opel-Mutter GM stellt harte Bedingungen bei Patenten und Lizenzen

General Motors gehören die meisten Patente, die in Opel-Modellen stecken. Nun will Peugeot die deutsche Firma kaufen - doch die Amerikaner geben die Lizenzen nach SPIEGEL-Informationen nicht einfach so ab.

Wenn es nach dem Willen aller Beteiligten geht, soll der Vertrag zum Opel-Verkauf ganz schnell unter Dach und Fach sein. Bis zum Genfer Autosalon übernächste Woche wollen sich General Motors Börsen-Chart zeigenund der französische Autokonzern PSA Peugeot Börsen-Chart zeigen dem Vernehmen nach geeinigt haben. Es soll Zusagen der Franzosen geben zur Sicherung von Arbeitsplätzen und für Investitionen in die Werke von Opel.

Doch der Verkauf von Opel an den französischen Autokonzern könnte nach SPIEGEL-Informationen doch nicht so einfach über die Bühne gehen. Ein Stolperstein in den Verhandlungen könnten die Patente für die Opel-Modelle sein, die dem Mutterkonzern General Motors (GM) gehören. Dazu zählen auch jene für das zukunftsträchtige Elektroauto Ampera-e.

In den Verhandlungen soll der US-Konzern klargemacht haben, dass man für die weitere Produktion der Fahrzeuge Lizenzen verkaufen werde. Ausgeschlossen sei aber, dass die Wagen nach Nordamerika, Russland oder China exportiert werden dürfen. Damit fiele ein wichtiges Argument für den Zusammenschluss weg, zumindest für die bestehende Modellpalette. Lediglich neuentwickelte Modelle ohne GM-Patente könnte Opel dann in diese drei Märkte ausführen. Opel will sich zu den laufenden Verhandlungen nicht äußern.

In der Bundesregierung sorgt man sich auch um die Zukunft von fast 4000 Arbeitsplätzen in der Forschungs- und Entwicklungsabteilung in Rüsselsheim, die nur für US-Modelle arbeitet. Den Erhalt der gut dotierten Jobs hat PSA nur bis zum Jahre 2020 versprochen.


Ein Interview zu den möglichen Folgen der Fusionspläne finden Sie hier.


Probleme könnten zudem durch die Zusagen entstehen, die Opel-Chef Karl-Thomas Neumann der Bundesregierung gegeben hat. Rund 300.000 Dieselautos der Modelle Corsa, Astra und Zafira müssen wegen Abschalteinrichtungen am Abgassystem umgerüstet werden, für die Opel noch keine technische Lösung angeboten hat.

Bislang gab es diese Zusage nur mündlich, ein Treffen in dieser Angelegenheit war vor Kurzem gescheitert, weswegen man in Berlin um deren Einhaltung fürchtet. Auf Anfrage des SPIEGEL beteuert der Konzern nun: "Opel steht zu allen angekündigten Verbesserungsmaßnahmen." Dies habe man dem Bundesverkehrsministerium mitgeteilt.

© manager magazin 2017
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung