Freitag, 19. April 2019

Opel weist Trickserei-Vorwürfe der Umwelthilfe zurück Hat Opel die Abgaswerte dieses Autos manipuliert?

Opel Zafira 1.6 CDTi: Abgas-Limit laut Umwelthilfe um das Vierfache überschritten
Jürgen Pander
Opel Zafira 1.6 CDTi: Abgas-Limit laut Umwelthilfe um das Vierfache überschritten

Im Zuge der Affäre um Abgasmanipulationen bei Volkswagen erhebt die Deutsche Umwelthilfe (DUH) nun schwere Vorwürfe gegen Opel: Bei einem Abgastest hat ein Opel Zafira mit 1,6-Liter-Dieselmotor die Grenzwerte für Stickoxide (NOx) kräftig überschritten. Im Auftrag der DUH habe die Abgasprüfstelle der Berner Fachhochschule einen Opel Zafira 1.6 CDTi untersucht und dabei je nach Messmethode bis zu 17-fach höhere Stickoxid-Emissionen gemessen als nach dem Euro-6-Grenzwert zulässig, erklärte die DUH heute.

Die Berner Abgasprüfer sind vor allem für Schweizer Behörden tätig. Laut den Schweizer Prüfern stieß der getestete Zafira in drei Tests zwei bis vier Mal mehr NOx als erlaubt aus, wenn sich auf dem Prüfstand alle vier Räder drehten. Sobald sich auf dem Prüfstand nur zwei Räder drehten - woran eine Software eine Prüfstandsituation erkennen kann - hielt das Fahrzeug in drei entsprechenden Tests den Grenzwert von 80 Milligramm NOx je Kilometer ein.

"Ich habe keine normale, technisch plausible Erklärung für das Abgasverhalten des Opel-Fahrzeuges", erklärte DUH-Verkehrsberater Axel Friedrich dazu. Die deutschen Umweltaktivisten hüteten sich Berichten zufolge in ihrer Pressekonferenz davor, konkrete Verdächtigungen zu äußern, auf welche Mittel diese Abweichungen zurückzuführen sind.

Opel dementierte die Vorwürfe scharf: Die Anschuldigungen seien unseriös und nicht nachvollziehbar, sagte ein Sprecher. "Da ist überhaupt nichts dran." Der Autohersteller hat eine Abgasmessung im Beisein des TÜV Hessen durchgeführt, bei der gesetzeskonforme Abgaswerte erzielt wurden. Dabei ist der Ausstoß eines Zafira mit 1,6-Liter-Dieselmotor wie auch bei den Schweizern auf einem Vier-Rollen-Prüfstand geprüft worden

In einer Stellungnahme zu der Studie erklären die Rüsselsheimer zudem , dass Opel-Fahrzeuge keine Software-Features hätten, die feststellen, ob das Fahrzeug einem Emissionstest unterzogen werden. Das gelte ohne Einschränkung für alle Opel-Modelle. Es sei zudem "in höchstem Maße unfair", dass die DUH trotz mehrfacher Aufforderung seitens Opel die angeblich gemessenen Werte nicht zur Verfügung gestellt habe.

Beim Vorgehen der Schweizer Tester gibt es ein paar Ähnlichkeiten zur Aufdeckung der VW-Abgastricksereien: Das Center for Alternative Fuels, Engines and Emissions der West Virginia University hatte bei einem VW Jetta starke Überschreitungen der NOx-Emissionswerte festgestellt, wenn das Auto abseits des Prüfstands unter realen Fahrbedingungen getestet wurde. Die Untersuchungen waren die Basis für die Aufdeckungen des Abgasskandals bei VW.

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