Mittwoch, 18. September 2019

Rendite von PSA steigt auf 8,7 Prozent Peugeot hängt Daimler und BMW ab - dank Opel

PSA-Konzernchef Carlos Tavares

Die PSA-Tochter Opel fährt weiter Gewinne ein - und treibt damit auch das Konzernergebnis nach oben. In Sachen Profitabilität hängt der Autobauer mit den Marken Peugeot, Citroen und Opel mittlerweile deutsche Premiumhersteller ab.

Der französische Autobauer PSA hat seine Profitabilität deutlich gesteigert. Die Rendite kletterte um 0,9 Prozentpunkte auf 8,7 Prozent und erreichte damit ein Niveau, von dem selbst Premiumhersteller wie Daimler und BMW wegen der schwachen Autokonjunktur derzeit nur träumen können, teilte der Konzern am Mittwoch mit.

Dazu hätten sowohl Synergien durch die deutsche Tochter Opel als auch Vorteile bei der Beschaffung und weitere Einsparungen beigetragen, hieß es in Paris weiter. Dadurch konnten die Franzosen höhere Verluste im schwachen China-Geschäft mehr als wettmachen.

Konzernchef Carlos Tavares zeigte sich mit der Entwicklung zufrieden. Sein radikaler, auf Effizienz getriebener Managementansatz, der Tavares zum härtesten Automanager Europas machte, scheint aufzugehen - auch wenn PSA in wichtigen Zukunftsfragen noch nicht weit gekommen ist. Das Unternehmen sei aber nun bereit für die Elektromobilität und die nächsten technologischen Herausforderungen, so Tavares.

Der operative Gewinn stieg laut Angaben um fast elf Prozent auf 3,3 Milliarden Euro. Unter dem Strich stand ein Überschuss von 1,8 Milliarden Euro - das waren 351 Millionen Euro mehr als ein Jahr zuvor.

Opel fährt 700 Millionen Euro Gewinn im ersten Halbjahr ein

Beim Umsatz hatte PSA allerdings Einbußen zu verzeichnen. Die Erlöse sanken um 0,7 Prozent auf 38,3 Milliarden Euro. PSA führte unter anderem den Rückgang der Verkaufszahlen und negative Währungseffekte als Gründe an. Im ersten Halbjahr hatte PSA mit den großen Marken Peugeot, Citroen und Opel laut früheren Angaben 1,9 Millionen Fahrzeuge verkauft und damit 12,8 Prozent weniger.


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Die PSA-Tochter Opel selbst fährt auch im laufenden Jahr auf der Gewinnspur. Das Betriebsergebnis habe im ersten Halbjahr rund 700 Millionen Euro betragen, teilte der Mutterkonzern weiter mit. Im Vorjahreszeitraum hatte das Betriebsergebnis bei Opel noch 502 Millionen Euro betragen.

Beim Traditionshersteller mit Sitz in Rüsselsheim hatte es zuvor lange Zeit rote Zahlen gegeben. PSA hatte Opel im Sommer 2017 vom US-Autobauer General Motorsübernommen und dann mit harter Hand eine Sanierung begonnen.

rei/dpa/Reuters

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