Samstag, 19. Oktober 2019

GM-Tochter Opel stellt Gewinnwende für 2015 in Aussicht

Opel-Chef Neumann: "Es wird auf dem Weg sicher auch noch Tiefen geben"

Opel-Chef Karl-Thomas Neumann peilt schwarze Zahlen bereits vor dem anvisierten Termin 2016 an. "Es wird anstrengend", bremst Neumann die Euphorie. Denn Opel verliert mit jedem verkauften Neuwagen Geld - obschon nicht so viel wie andere Autobauer. 

Rüsselsheim - Der Autobauer Opel könnte bereits im nächsten Jahr wieder schwarze Zahlen schreiben. Wenn alles richtig gut laufe, sei es nicht ausgeschlossen, dass die Gewinnschwelle schon 2015 erreicht werde, sagte Vorstandschef Karl-Thomas Neumann dem "Wall Street Journal Deutschland". Es gebe allerdings sehr viele Faktoren, die man nicht beeinflussen könne. Deshalb verändere Opel seinen Ausblick nicht und bleibe bei dem bisherigen Ziel, 2016 wieder schwarze Zahlen zu schreiben.

Ein Selbstläufer sei die Ertragswende nicht. "Es wird anstrengend und es wird auf dem Weg sicher auch noch Tiefen geben", sagte der twitterfreudige Neumann. Längerfristig bleibe es das Ziel, Opel wieder zur Nummer zwei auf Europas Pkw-Markt zu machen.

Opel hatte seine Verluste zuletzt stark eingedämmt. Dabei zeigte der harte Sanierungskurs der US-Konzernmutter General Motors Börsen-Chart zeigen Wirkung. Im vergangenen Jahr war der operative Verlust im Europageschäft um mehr als die Hälfte auf 844 Millionen Dollar (623 Millionen Euro) zurückgegangen.

Opel verliert aber noch immer mit jedem Fahrzeug Geld. Pro Kaufvertrag setzte Opel/Vauxhall im vergangenen Jahr 607 Euro in den Sand - allerdings nach 1341 Euro im Vorjahr, wie eine Studie des Center Automotive Research (CAR) der Uni Duisburg-Essen ergab.

Ford ist Verlust-König pro Auto

Damit kommt Opel deutlich besser voran als Konkurrent Ford Börsen-Chart zeigen in Europa, der mit 891 Euro den höchsten Verlust pro verkauftem Neuwagen von allen untersuchten Autobauern einfährt - und der gegenüber dem Vorjahr (minus 967 Euro) kaum Fortschritte erzielt hat.

Diese Sorgen haben deutsche Premiumhersteller nicht: Nach den Angaben verdiente BMW Börsen-Chart zeigen im vergangenen Jahr pro verkauftem Auto 3390 Euro, Audi 3188 Euro und Mercedes-Smart 2558 Euro. Die sattesten Gewinne streichen Ferrari-Maserati mit 23.967 Euro pro Neuwagen und Porsche mit 16.639 Euro ein.

Während Toyota Börsen-Chart zeigen pro Fahrzeug operativ 1588 Euro verdiente, seien dies bei VW-Pkw trotz neuem Verkaufsrekord nur 616 Euro gewesen, sagte Institutsleiter Ferdinand Dudenhöffer: "Der VW-Konzern wird durch Porsche und Audi getragen, während das klassische Massengeschäft kaum Erträge erwirtschaftet."

Für die Studie hat das Car-Institut untersucht, wie profitabel das eigentliche Automobilgeschäft der großen Automobilkonzerne ist, also die Autosparten ohne Finanzdienstleitungen, Zulieferaktivitäten oder Motorräder. Bei den Berechnungen wurden die Ergebnisse vor Zinsen und Steuern (Ebit) herangezogen.

ts/dpa-afx

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