Freitag, 6. Dezember 2019

Opel-Chef Neumann Opel soll zweitgrößte Marke in Europa werden

Karl Thomas Neumann (links, neben GM-Chefin Mary Barra): Opel soll zweitgrößte Marke in Europa werden - hinter VW, aber vor Ford

Mehr Umsatz, Gewinne spätestens 2016: Nach mehreren verlustreichen Jahren greift der Autobauer Opel wieder an. "Wir wollen die zweitgrößte Marke in Europa werden", sagte Vorstandschef Karl-Thomas Neumann.

Rüsselsheim - Dafür müsse der entsprechende Marktanteil von 5,8 Prozent im April 2014 auf 8 Prozent im Jahr 2022 erhöht werden. Derzeit ist Ford nach Volkswagen die Nummer zwei in Europa.

In Deutschland peilt Neumann 10 Prozent Marktanteil an - nach zuletzt 7,7 Prozent im Mai. "Wir glauben, dass wir absolut auf dem Weg sind, das zu erreichen." Sollte dies gelingen, werde Opel nachhaltig eine operative Gewinnmarge von 5 Prozent erwirtschaften, betonte Neumann. "Das ist für einen Autohersteller, der fast ausschließlich in Europa agiert, ein wirklich guter Wert."

Das Erreichen der Gewinnschwelle spätestens 2016 sei damit nur ein erster Schritt der Zehn-Jahres-Strategie "Drive!2022", erklärte der frühere VW-Manager: "Wir sind überzeugt, dass wir unser Etappenziel erreichen werden."

Dabei helfe auch eine deutliche Kostensenkung, etwa durch das Aus der Autofertigung in Bochum zum Jahresende, durch einen Sanierungsbeitrag der Arbeitnehmer oder durch globale Plattformen im Verbund mit der US-Mutter General Motors (GM).

27 neue Modelle und 17 neue Motoren bis 2018

Gleichzeitig kündigte Neuman für den Zeitraum von 2014 bis 2018 insgesamt 27 neue Modelle und 17 neue Motoren an. Einige Modelle seien komplett überarbeitete, neue Generationen wie der Corsa, der noch 2014 auf den Markt kommt, oder die Nachfolger des Zafira und des Meriva, die in Zukunft anders aussehen werden: Statt im Segment Familienvan wie ihre Vorgänger sollen sie im Crossover-Bereich angesiedelt werden.

Zudem will Opel komplett neue Modelle einführen, deutete Neumann an: "Unter dem Adam kann ich mir sehr gut ein Auto vorstellen, insbesondere nach dem Ausstieg von Chevrolet, die sehr kleine und preisgünstige Autos haben."

Zunächst wird die Bochumer Werksschließung und die damit verbundene Verlagerung der Zafira-Produktion nach Rüsselsheim aber die Bilanz in diesem Jahr belasten. Dem Vernehmen nach fallen Kosten von deutlich über einer halben Milliarde Euro an. "Unser Ziel ist, operativ besser zu werden als 2013", sagte Neumann.

Im vergangenen Jahr war der operative Verlust des GM-Europageschäfts um mehr als die Hälfte auf 844 Millionen Dollar (623 Mio Euro) gesunken. Dennoch sei das Jahr 2014 ein entscheidendes Jahr, betonte Neumann, der trotz der Krisen auf den für Opel wichtigen Märkten Russland und Türkei optimistisch bleibt: "Wir wollen wachsen und Marktanteile gewinnen."/

la/dpa/reuters

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