Kehrtwende Opel legt Expansion nach China auf Eis

Opel hatte angekündigt, mehr Elektroautos verkaufen und damit auch in den chinesischen Markt einsteigen zu wollen. Daraus wird aber vorerst nichts: Geopolitische Entwicklungen durchkreuzen die Pläne.
Elektromodell Ampera: Opel wollte China erobern – jetzt aber nicht mehr

Elektromodell Ampera: Opel wollte China erobern – jetzt aber nicht mehr

Foto: Uli Deck/ dpa

Opel legt die vor gut einem Jahr angekündigte Expansion in China auf Eis. Angesichts der aktuellen Herausforderungen für die Automobilindustrie sei es für Opel wichtiger denn je, sich auf klare Prioritäten zu konzentrieren, erklärte das Unternehmen am Freitag auf Anfrage. "Vor diesem Hintergrund und in Anbetracht des erforderlichen Volumens, um einen wirklichen Effekt zu erzielen, lässt Opel die Pläne für einen Markteintritt in China derzeit ruhen."

Der zum italienisch-amerikanischen Stellantis-Konzern gehörende Rüsselsheimer Autobauer bereite jedoch weiterhin den Eintritt in neue Märkte vor, die schon mit kleineren Volumina eine gute Profitabilität versprächen.

Hintergrund der Entscheidung sind laut "Handelsblatt" wachsende geopolitische Spannungen zwischen der kommunistischen Führung in China auf der einen und den USA sowie der Europäischen Union auf der anderen Seite. Nationalistische Tendenzen in China, die drakonische Null-Covid-Politik und die Zuspitzung des Konflikts um die Unabhängigkeit von Taiwan erschwerten Opel den Markteintritt in die größte Absatzregion der Welt, berichtete die Zeitung unter Berufung auf Unternehmenskreise. Zudem fehle es Opel aktuell an attraktiven Modellen, die sich spürbar von jenen der Konkurrenz unterschieden, um in China wirklich erfolgreich zu sein.

Der Autobauer hatte im Juli vergangenen Jahres angekündigt, ab 2028 in Europa nur noch Elektroautos anzubieten. Mit dem Angebot wollte die Traditionsmarke außerdem auf den Automarkt in China gehen. Der Absatz von Elektroautos wächst in der Volksrepublik derzeit stark.

cr/Reuters
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