Opel reagiert auf Absatzschwäche Opel kehrt Russland den Rücken

Produktion bei GAZ: Die Auftragsfertigung von Chevrolet-Fahrzeugen beim russischen Partner wird in diesem Jahr beendet

Produktion bei GAZ: Die Auftragsfertigung von Chevrolet-Fahrzeugen beim russischen Partner wird in diesem Jahr beendet

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Die Auswirkungen der Ukraine-Krise zwingen Opel zum Rückzug aus Russland. Vorstandschef Karl-Thomas Neumann kündigte am Mittwoch an, die Produktion im Werk in Sankt Petersburg zur Jahresmitte einzustellen. Ende des Jahres sollten keine Fahrzeuge mehr ausgeliefert werden. Auch die Auftragsfertigung von Chevrolet-Fahrzeugen beim russischen Partner GAZ werde in diesem Jahr beendet. Die zuletzt rund 1000 Beschäftigten in der Fabrik sollen das Unternehmen mit Abfindungen verlassen. Die Kosten des Rückzugs bezifferte die Konzernmutter General Motors  auf bis zu 600 Millionen Dollar, die vorrangig im ersten Quartal verbucht werden sollen.

Im Februar verkaufte Opel gerade einmal 912 Autos in Russland, ein Minus von fast 90 Prozent. "Wir sind zu der Einschätzung gekommen, dass die Perspektive für den russischen Markt nicht nur kurzfristig, sondern auch mittel- und langfristig nicht gut sind", sagte Neumann dem "Handelsblatt". Als Grund für den Rückzug nannte er die hohen Absatzeinbußen, den Verfall des russischen Rubel und den geringen Lokalisierungsgrad der Marke. Zwei Drittel der Teile müssen importiert werden. Zuletzt hatte Opel dort mit jedem verkauften Wagen Verlust gemacht.

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Die GM -Tochter hatte bereits im September als Reaktion auf die Russland-Sanktionen des Westens die Produktion in ihrem Werk in Sankt Petersburg zurückgefahren. Etwa ein Viertel der damals knapp 2000 Beschäftigten dort sollten das Unternehmen gegen Abfindungen verlassen. Am Ziel, 2016 in Europa Gewinn zu schreiben, hält GM aber fest. Die etwa 70.000 Autos, die in diesem Jahr nicht in Russland verkauft werden, würden in anderen Ländern Europas an den Mann gebracht. Opel will in Europa bis 2022 den Marktanteil in Europa mit neuen Modellen auf acht Prozent von zuletzt 5,8 Prozent hieven und peilt eine Umsatzrendite von fünf Prozent an.

Der Detroiter Mutterkonzern hatte die Aktivitäten in Russland unlängst erst Opel zugeschlagen, um das defizitäre Europa-Geschäft zu stärken. Damals war man davon ausgegangen, dass Russland demnächst Deutschland als größten europäischen Pkw-Markt ablösen wird. Erfüllt hat sich diese Prognose bisher nicht. Nach Angaben des Verbandes der Automobilindustrie (VDA) sind die Verkäufe in Russland im Februar um knapp 38 Prozent eingebrochen. Analysten gehen davon aus, dass im gesamten Jahr in Russland weniger als 1,5 Millionen Autos verkauft werden. Im vergangenen Jahr waren es laut VDA knapp 2,5 Millionen gewesen. Derzeit sind viele Verbraucher in dem Land wegen der Sanktionen des Westens und dem Rubelverfall verunsichert.

Auch andere Autobauer wie Volkswagen  und Ford  kämpfen wegen des rapiden Absatzrückgangs in dem Land mit Problemen. Die spanische VW-Tochter Seat hatte im November angekündigt, den Verkauf Anfang dieses Jahres in Russland einzustellen.

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