Samstag, 7. Dezember 2019

Nachfrage sinkt Opel in Rüsselsheim droht Kurzarbeit

Stammwerk Rüsselsheim: Die Beschäftigten müssen mit Kurzarbeit oder gar dem Wegfall einer ganzen Schicht im kommenden Jahr rechnen

Die Modelle Insignia und Zafira verkaufen sich offenbar schlechter. Opel habe deshalb einen erheblichen Personalüberhang in seinem Stammwerk in Rüsselsheim, heißt es in einem Pressebericht. Jetzt drohe Kurzarbeit oder gar der Einschichtbetrieb im kommenden Jahr.

Der Autobauer Opel erwägt offenbar Kurzarbeit in seinem Stammwerk in Rüsselsheim. Wegen der schwachen Nachfrage nach den Modellen Insignia und Zafira habe die Tochter des französischen Mutterkonzerns PSA Peugeot Citroën Börsen-Chart zeigen ihre Produktionspläne für das kommende Jahr um etwa 10.000 Einheiten nach unten geschraubt, berichtet das "Handelsblatt" am Montag unter Berufung auf Unternehmenskreise.

Der Personalüberhang in der Produktion summiere sich auf mehr als 600 Mitarbeiter. "Wir steuern auf massive Überkapazitäten zu", zitierte die Zeitung aus Konzernkreisen.

Das Management erwäge daher Gegenmaßen: Im Raum stehe Kurzarbeit, zudem könnte das Werk von einem Zwei- auf einen Einschichtbetrieb umgestellt werden. Ein Unternehmenssprecher bezeichnete diese dem Bericht zufolge als "reine Spekulation".

Auch Umstellung auf Einschichtbetrieb ist denkbar

Das Unternehmen habe zugleich darauf verwiesen, dass es seine Produktionsplanung in den einzelnen Werken regelmäßig an die aktuellen Marktprognosen anpasse. Um die Situation zu entspannen, brauche Opel dringend ein neues Modell für Rüsselsheim. Bisher fehle dafür die Zusage der Konzernmutter PSA.

Am Hauptsitz von Opel arbeiteten bis vor einiger Zeit noch fast 15.000 Mitarbeiter, davon etwa die Hälfte im Entwicklungszentrum. Die Produktion zählte rund 3000 Arbeitnehmer. Allerdings wurde auch dort in den vergangenen Monaten Stellen abgebaut.


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Mit dem französischen Dienstleister Segula Technologies hatte Opel unlängst eine Partnerschaft für das Entwickungszentrum vereinbart. Im Zuge dessen sollten 2000 der insgesamt 7000 Ingenieure in Rüsselsheim zu Segula wechseln.

Wie die Zeitung weiter berichtet, zieht der französische Mutterkonzern zudem weitere Macht an sich. Anke Felder, die für Opel als Arbeitsdirektorin in der Geschäftsführung sitzt, verliert durch eine neue hierarchische Personalverantwortung in Kernmärkten wie Großbritannien, Spanien und Frankreich einen Teil ihrer Zuständigkeit und Entscheidungsgewalt an PSA-Personalchef Xavier Chereau. Die Änderungen seien signifikant. Es gehe um die Berichtshoheit über ein Viertel der mehr als 30.000 Beschäftigten von Opel.

rei/Reuters

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