Mittwoch, 16. Oktober 2019

Deal mit Dienstleister Segula in trockenen Tüchern Opel verkauft Teile von Entwicklungszentrum

Jetzt zum Teil in französischem Besitz: Opels Entwicklungszentrum in Rüsselsheim

Die Abgabe von Opel-Geschäftsteilen an den französischen Ingenieursdienstleister Segula ist in trockenen Tüchern. Der Opel-Eigner PSA und Segula hätten den Teilverkauf des Rüsselsheimer Entwicklungszentrum und des nahen Testcenters in Rodgau-Dudenhofen abgeschlossen, teilten die Unternehmen am Freitag mit.

Rund 700 Mitarbeiter von Opel wechseln damit Anfang September zu Segula. Ebenso übernehmen die Franzosen Gebäude, Test-Anlagen und Einrichtungen an beiden Standorten, hieß es. Der Entwicklungscampus in Rüsselsheim solle sich zunächst auf Projekte im Autosektor konzentrieren und später auch auf andere Branchen.

1343 wollten nicht wechseln und wählten die Abfindung

Opel und Segula hatten vor rund einem Jahr den Teilverkauf des Zentrums verabredet. Damit sollten 2000 von noch 6400 Mitarbeitern im Rüsselsheimer Entwicklungszentrum zu gleichen Tarifbedingungen zu den Franzosen wechseln. Das Testgelände in Rodgau-Dudenhofen bleibt in Opel-Besitz, wird künftig aber von Segula betrieben.

In der Opel-Belegschaft bildete sich jedoch rasch starker Widerstand. Der Betriebsrat setzte Abfindungen durch, so dass schließlich nach Betriebsratsinformationen 1343 Beschäftigte den goldenen Handschlag wählten und der Übergang zu Segula nun deutlich kleiner ausfällt.

Die Unternehmen gaben sich gleichwohl zuversichtlich: Segula werde von einem "führenden Engineering-Dienstleister für die Autoindustrie wachsen", erklärte Managing Director Martin Lange. Opel-Entwicklungschef Christian Müller sagte, die Partnerschaft stärke den Ingenieursstandort Rüsselsheim nachhaltig.

Gewerkschaft sieht Verkauf nach wie vor kritisch

Kritik am Kurs des Opel-Eigners PSA kam von der IG Metall: "Insbesondere für Rüsselsheim ist kein wirklich nachhaltiges Standortkonzept sichtbar", sagte Jörg Köhlinger, Bezirksleiter Mitte bei der Gewerkschaft. Anstelle nötiger Investitionen in den Bestandserhalt würden systematisch Kernbereiche aufgelöst.

Seit der Übernahme im Jahr 2017 trimmt PSA Opel auf Effizienz. Tausende Mitarbeiter haben Verträge zu Abfindungen, Vorruhestand oder Altersteilzeit unterschrieben. Betriebsbedingte Kündigungen sind an den deutschen Opel-Standorten bis Sommer 2023 ausgeschlossen.

rei/dpa

© manager magazin 2019
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung