Brief an die Belegschaft Opel-Chef kündigt weitere Härten an

Tausende Mitarbeiter mussten Opel in den vergangenen Jahren bereits verlassen, und weitere sollen ihnen folgen. Firmenchef Lohscheller erinnert seine Leute gleich zu Jahresbeginn daran, dass der Personalabbau noch längst nicht abgehakt ist.
"Noch eine ganze Reihe von Herausforderungen anzupacken": Opel-Chef Michael Lohscheller

"Noch eine ganze Reihe von Herausforderungen anzupacken": Opel-Chef Michael Lohscheller

Foto: DPA/Opel

Opel-Konzernchef Michael Lohscheller (52) stimmt seine Mitarbeiter einem Medienbericht zufolge auf schwierige Aufgaben im neuen Jahr ein. "Wir alle wissen, dass es noch eine ganze Reihe von Herausforderungen anzupacken gilt – Themen, die wir gemeinsam mit Betriebsrat und IG Metall diskutieren", schrieb Lohscheller in einem Brief an die Belegschaft, aus dem der "Business Insider" zitierte.

"Hier geht es insbesondere um die noch nicht erreichten Ziele beim Personalabbau und die Neuregelung der Opel-Altersversorgung." Opel müsse wettbewerbsfähig bleiben und seine "Performance weiter steigern", betonte der Unternehmenschef.

Hintergrund: Seit der Übernahme von Opel durch den französischen PSA-Konzern 2017 mussten bereits Tausende Mitarbeiter den Autobauer mit dem Blitz im Logo verlassen. Von zunächst 19.000 Mitarbeitern schrumpfte die Belegschaft bis Ende 2020 auf lediglich noch 13.000. Nur so gelang es PSA-Chef Carlos Tavares (62), die kriselnde neue Tochter auf Vordermann zu bringen. Erstmals seit Jahrzehnten schrieb Opel unter Tavares' Ägide wieder schwarze Zahlen.

Zuletzt wurde die Unruhe bei Opel allerdings lauter. Nach wie vor ist der Stellenabbau nicht abgeschlossen, und weil nicht ausreichend Mitarbeiter freiwillig gehen wollen, hatte Opel angekündigt, ein Tabu zu brechen: Auch Kündigungen seien möglich, um die Ziele zu erreichen, so das Management. Damit brachte Opel die Gewerkschaft IG Metall gegen sich auf.

cr/Reuters
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