Freitag, 28. Februar 2020

Diesel-Skandal in Rüsselsheim Auch Opel Astra manipuliert?

Eine Brandmeldung nach der anderen hält jetzt den Autobauer Opel in Atem

Die Deutsche Umwelthilfe (DUH) verschärft ihre Vorwürfe gegen den Autobauer Opel, die Abgasreinigung bei Dieselmodellen manipuliert zu haben. Bei einem Astra hätten Messungen auf der Straße "alarmierende Werte und Abschalteinrichtungen" offenbart, teilte die Umweltorganisation am Freitag in Berlin mit. Daher wolle man Opel wegen Verbrauchertäuschung belangen.

"Der Spiegel" berichtete am Freitag unter Berufung auf die DUH, der Kleinwagen sei mit einer Software ausgestattet, die die Abgasreinigung in vielen Fahrsituationen ausschalte. Die Abgase bei dem Massenmodell des Rüsselsheimer Autobauers würden erst ab einer Außentemperatur von 17 Grad gereinigt.

Auch bei schnellem Beschleunigen werde die Abgasreinigung abgeschaltet. In der Spitze erreichten die Emissionswerte des Opel Astra mehr als das Achtfache des Grenzwerts. Ein Opel-Sprecher konnte dazu zunächst keine Stellungnahme abgeben.

Ähnliche Abschalteinrichtungen weise der Familienwagen Opel Zafira auf, hatten die Medien bereits am Donnerstag berichtet. Opel hatte den Vorwurf zurückgewiesen, beim Zafira eine illegale Abschalteinrichtung einzusetzen. "Unsere Software war nie darauf ausgelegt, zu täuschen oder zu betrügen." In welchen Betriebssituation die Abgasreinigung wie funktioniert, erklärte der Hersteller nicht.

Opel hat sich zusammen mit anderen deutschen Autoherstellern wie Audi, Porsche, Mercedes und Volkswagen bereits verpflichtet, in diesem Jahr insgesamt 630.000 Fahrzeuge wegen auffällig hoher Abgaswerte zurückzurufen und nachzubessern. Beim Astra wären wesentlich mehr Fahrzeuge betroffen als beim Zafira.

Hacker knackt Opels Motorsoftware - Abgasreinigung versagt planmäßig

rei/Reuters/dpa

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