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Opel-Ampera-e: Der Tesla-Jäger im Kleinformat

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Ampera-e erscheint vor Model 3 Mit diesem Auto überholt Opel Tesla

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Opel-Ampera-e: Der Tesla-Jäger im Kleinformat

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Opel? Ja, Opel. Ausgerechnet die Rüsselsheimer könnten Tesla -Chef Elon Musk die Rücklichter zeigen. Nach endlosen Jahren des Siechtums kommt die deutsche Tochter des US-Autoriesen General Motors  (GM) langsam wieder ins Rollen. Und setzt jetzt sogar zu einem Überholmanöver der sportlichen Art an.

Mit Hilfe von GM will Opel den rein batteriebetriebenen Ampera-e schon im kommenden Jahr auf die deutschen Straßen bringen, wie ein Opel-Sprecher gegenüber manager-magazin.de bestätigte. "Und wir reden dabei nicht über den 31. Dezember."

Damit würde Opel vor Tesla ein potenziell massenmarkttaugliches Elektroauto auf den Markt bringen. Die Kalifornier stellen ihr Mittelklasse-Model 3 zwar schon am Donnerstag vor, doch zu den Kunden soll es frühestens Ende 2017 kommen, und anfangs auch nur in Nordamerika. Für etwa 35.000 Dollar sollen sie dann ein Auto bekommen, mit dem sie mit einer Stromladung mindestens 300 Kilometer weit kommen.

"Dieser Wagen macht das Elektroauto salonfähig"

Die Eckdaten des Opel Ampera-e sind bereits von seinem Schwesterfahrzeug, dem Chevrolet Bolt bekannt: Der Wagen soll etwa 320 Kilometer weit mit einer Batterie kommen. Möglich macht es eine 60-Kilowattstunden-Batterie.

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Der Preis liegt demnach bei etwa 37.500 Dollar (etwa 33.000 Euro). Marktkenner rechnen damit, dass die beiden Wagen nahezu baugleich sein werden und sich auch preislich nicht wesentlich unterscheiden werden.

"Dieser Wagen macht das Elektroauto salonfähig", sagt Autoexperte Ferdinand Dudenhöffer von der Universität Duisburg-Essen. Gleichwohl sieht Dudenhöffer Chevrolets Bolt und Opels Ampera-e lediglich als Reaktion auf die Kalifornier, die mit dem Model S und dem Model X bereits in der Oberklasse vorgelegt haben.

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"Alle steuern derzeit auf das Tesla Prinzip zu", sagt Dudenhöffer. Und das bedeutet laut Dudenhöffer reine Batterie-Elektroautos. "GM hat besonders schnell von Tesla gelernt und setzt den Ampera-e zügig um." Die Fachwelt erkenne mittlerweile, dass der Weg über die Plug-In Hybride ein Irrweg mit hohen Kosten und wenig Kundenvorteil sei.

Tatsächlich halten große Teile der Autoindustrie aber zumindest offiziell an Plugin-Hybriden für den Übergang fest, darunter Volkswagen  , Mercedes und BMW . Gleichwohl hat Volkswagen den Van Budd-e vorgestellt. Audi rollt in zwei Jahren mit dem SUV Etron Quattro zu den Händlern, und Porsche plant den Mission E. Sie alle kommen mit einer Ladung Herstellerangaben zufolge um die 500 Kilometer weit. Jedoch dürften die Fahrzeuge eher im Hochpreissegment angesiedelt sein.

"GM hat schnell von Tesla gelernt"

GM und Opel gehen dagegen ins Kompaktklasse-Segment, wo beispielsweise auch Nissan und BMW verbesserte Elektroautos planen. "Der neue Opel Ampera-e reißt die Hürden der bisherigen Elektromobilität ein, die da waren hoher Preis und eine zu geringe Reichweite", ließ Opel-Chef Karl-Thomas Neumann bereits vor ein paar Wochen wissen.

Doch auch wenn er früher zu den Händlern kommen sollte als Teslas Model 3 - kann der Ampera-e wirklich mit der kalifornischen Limousine mithalten? Es sei sogar möglich, dass Opels Elektroauto sich dank des dichten Händlernetzes besser verkaufe als Teslas Model 3, sagt Experte Dudenhöffer.

Allerdings spreche der Wagen wohl eine andere Zielgruppe an. "Opel wird Tesla deshalb keine Kunden wegnehmen". Dafür seien die Autos zu unterschiedlich. Der Ampera-e ist mit vermutlich 200 PS zwar sehr sportlich, aber wohl auch kleiner als das Model 3. Dieses könnte als Mischung aus Premium-Limousine und SUV daherkommen, berichten Blogs am Tag vor der Premiere.

Bei der Präsentation in Los Angeles am frühen Freitagmorgen deutscher Zeit wird sich außer der Form des Autos auch klären, was Käufer für die geschätzt 35.000 Dollar bekommen. Nicht zuletzt aufgrund GMs kompakter Kampfansage Bolt/Ampera-e muss Musk die Wundertüte recht weit aufmachen.

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Gut möglich, dass er Funktionen wie autonomes Fahren, günstiges Nachtanken an den firmeneigenen Superchargern entlang der Autobahnen und viel Luxus verspricht. Dann kommt es darauf an, welche dieser Annehmlichkeiten ohne üppigen Aufpreis zu haben sind.

Denn erstmals wird ein neuer Tesla wohl nicht mehr das allererste Fahrzeug seiner Art sein. Auch wegen des Opel Ampera-e muss Elon Musk nun beweisen, dass er ein besseres Elektroauto bauen kann als ein bereits auf dem Markt verfügbares Modell eines etablierten Wettbewerbers.

Lesen Sie dazu auch die große Analyse aus der März-Ausgabe des manager magazins: Der Existenzkampf - wie sich BMW, Mercedes und Audi gegen Tesla, Apple und Google rüsten

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