Montag, 18. November 2019

Oslo macht Ernst mit Verbrenner-Aus Wie Norwegens Abschied von Diesel und Benzin die Autowelt verändert

Parkplatz für E-Autos in Norwegen

2. Teil: In Deutschland ist ein Verbrenner-Aus für 2030 im Gespräch

Noch ist Norwegens Vorstoß weltweit einmalig und für sich genommen nicht von großer Bedeutung, wie auch Pieper betont. In anderen Staaten wie den Niederlanden, Indien und auch Deutschland steht ein fix terminierter Abschied vom Verbrennungsmotor allerdings ebenfalls auf der politischen Agenda.

So hatte der deutsche Wirtschafts-Staatssekretär Rainer Baake ein Verbrenner-Aus für das Jahr 2030 vorgeschlagen, damit Deutschland seine Klimaziele erreicht. Bis 2050 will Deutschland seine CO2-Emissionen beinahe auf Null senken. Hinzu kommen zahlreiche Städte und Regionen in China, die den Verkauf von Diesel- und Benzinautos immer stärker einschränken.

"Ein Verbrenner-Verbot halten Teile der Politik in der EU bestimmt für eine sinnvolle Maßnahme", zeigt sich Autoindustrie-Experte Eric Heymann von DB Research jedoch skeptisch. "In Ländern mit eigener Autoindustrie sind derartige Verbote aber wohl nicht mehrheitsfähig."

Analyst: "So eine Politik muss man sich auch leisten können"

Zu Recht, sagt Heymann. Volkswirtschaftlich sei ein derartiges Verbot wie in Norwegen Gift - gerade für Länder mit bedeutender Fahrzeugbranche. "So eine Politik muss man sich auch leisten können. Sie ist einfacher, wenn ein Land keine eigene Autoindustrie hat."

Tatsächlich stellen sich Massenhersteller wie Volkswagen Börsen-Chart zeigen , General Motors Börsen-Chart zeigen und Toyota Börsen-Chart zeigen eher mühsam auf die neue Autowelt ein und sehen eine strenge Abgasregulierung oder gar Verbote kritisch. Ein abrupter Wechsel zu neuen Antrieben würde extrem hohe Investitionen erfordern und manche bestehende Fabrik überflüssig machen.

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