Montag, 24. Februar 2020

Schadenersatz  in Millionenhöhe gefordert Nissan verklagt Ex-Boss Carlos Ghosn

Nissan will von Carlos Ghosn 83 Millionen Euro Schadenersatz haben

Der Autobauer Nissan hat seinen in den Libanon geflohenen früheren Chef Carlos Ghosn auf Schadenersatz in Höhe von umgerechnet rund 83 Millionen Euro verklagt. Beim Bezirksgericht in Yokohama sei eine Zivilklage über zehn Milliarden Yen (83 Millionen Euro) eingereicht worden, berichtete das Unternehmen.

Die Summe kann sich Nissan zufolge noch erhöhen. Damit sollten Strafgelder beglichen werden, die wegen des finanziellen Fehlverhaltens des Managers , der auch Chef des französisch-japanischen Autobündnisses Renault-Nissan-Mitsubishi war, wahrscheinlich an die Aufsichtsbehörden gezahlt werden müssten.


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Ghosn habe Nissan durch sein jahrelanges "betrügerisches" und "korruptes" Verhalten finanziellen Schaden zugefügt habe. Dazu gehörten der Privatgebrauch von Firmen-Jets, Gelder an Ghosns Schwester, Zahlungen an seinen privaten Anwalt im Libanon und der Gebrauch von Immobilien im Ausland ohne Zahlung von Miete. Hinzu kämen Kosten für die internen Ermittlungen gegen ihn, hieß es. Zudem könnten wegen der "verleumderischen Äußerungen" Ghosns auf einer Pressekonferenz in Beirut im vergangenen Monat gesonderte rechtliche Schritte eingeleitet werden.

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Bild: RTRS

Ghosn steht in Japan unter Anklage, bestreitet die Vorwürfe aber. Der ehemalige Vorstandschefs hatte in Japan wegen Verstoßes gegen Börsenauflagen unter Anklage gestanden, war aber gegen eine Kaution auf freiem Fuß, als er im vergangenen Dezember die Flucht in den Libanon ergriff.

rtr/dpa/akn

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