Mittwoch, 27. Mai 2020

Infiniti-Chef Johan de Nysschen "Wir können BMW und Audi nicht auf Teilzeitbasis herausfordern"

Infiniti Q30 Concept Car: Die Kunden von BMW und Audi im Blick

Für die deutschen Premium-Autohersteller wird es ungemütlich: Nicht nur Jaguar und Cadillac, sondern auch Nissan mit seiner Nobelmarke Infiniti will den Deutschen Marktanteile abjagen. Infiniti-Chef Johan de Nysschen erklärt, wie das funktionieren kann.

mm: Herr de Nysschen, in ihrem Designzentrum nahe Yokohama gibt es seit kurzem zwei Eingänge: Einen für die Infiniti-Mitarbeiter, einen zweiten für die Angestellten ihres Mutterkonzerns Nissan Börsen-Chart zeigen . Weshalb?

de Nysschen: Wir sind gerade damit beschäftigt, die beiden Marken Nissan und Infiniti stärker zu trennen. Infiniti ist nun ein eigenes Unternehmen, das zur Gänze Nissan gehört. Wir haben unsere Zentrale nach Hong Kong verlegt - und wollen uns nun zu 100 Prozent auf das Premiumgeschäft konzentrieren. Deshalb trennen wir nun auch in den einzelnen Bereichen stärker.

mm: Ist das nicht etwas übertrieben?

de Nysschen: Infiniti ist ein Herausforderer in diesem Segment. Unser Ziel ist es, ein vollständig anerkanntes Mitglied im Klub der weltweiten Auto-Premiummarken zu werden. Der wird momentan von drei deutschen Herstellern dominiert. Wir können BMW Börsen-Chart zeigen und Audi Börsen-Chart zeigen nicht herausfordern, wenn wir das auf einer Teilzeitbasis tun. Wir müssen unseren eigenen, unkonventionellen Weg finden. Mit der neuen Organisationsstruktur stellen wir sicher, dass sich unsere Mitarbeiter zu 100 Prozent auf Infiniti konzentrieren koennen. .

mm: Was unterscheidet denn Infiniti künftig weltweit von der Konkurrenz?

de Nysschen: Wir wollen unsere Herausforderrolle in Stärke ummünzen. Das gibt uns die Freiheit, provokativ zu sein, Risiken einzugehen und zu polarisieren. Ein Infiniti muss sicher nicht in jeder Garagenauffahrt stehen - aber in den richtigen schon. Infiniti soll für Leistung, Präzision, Leidenschaft und Provokation stehen.

mm: Genau das tun doch ihre deutschen Widersacher auch.

de Nysschen: Deutsche Luxusmarken betonen gerne die technischen Aspekte ihrer Autos. Das laesst ihre Marken ein wenig kalt erscheinen. Wir wissen, dass der Kauf eines Luxuswagens zum einen durch rationale Kriterien wie technische Exzellenz getrieben ist. Aber ein Teil ist eben auch Emotion. Die Marke Infiniti wird etwas menschlicher, etwas informeller, offener und einladender als die Konkurrenz sein. Unserer Herausfordererrolle erlaubt uns, ein wenig südliches Temperament zu zeigen.

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