Mittwoch, 8. April 2020

Zukunftstechnologie Brennstoffzelle Hyundai überholt Toyota bei Wasserstoffautos

Nischenschlager: Das Wasserstoffauto Nexo von Hyundai

Es ist noch ein Nischenmarkt - aber ein viel beachteter, da in Wasserstofftechnologien große Hoffnungen im Hinblick auf die Bewältigung der Klimakrise ruhen. Bei den Autobauern galt hier Toyota lange als das Maß aller Dinge, hatte der Autobauer doch als einer der ersten öffentlichkeitswirksam auf die Technologie gesetzt und mit dem Mirai 2014 mit großem Aufschlag ein Wasserstoffauto vorgestellt. "Mirai" bedeutet auf Japanisch "Zukunft".

Lange war Toyota damit in der Nische klarer Marktführer. Doch das hat sich nun geändert. Laut Zahlen des Analysehauses Jato hat Toyota im abgelaufenen Jahr lediglich 2336 Exemplare des Mirai ausgeliefert, Hyundai von seinem 2018 lancierten Modell Nexo hingegen 4483 Exemplare. Das ist ein drastischer Anstieg gegenüber dem Vorjahr, als es lediglich 824 Autos waren, wie das Analysehaus einen entsprechenden Bericht der französischen Zeitung "Les Echos" bestätigte.

Toyota hat mit seinen Verkäufen den Zahlen zufolge hingegen sein Niveau in etwa gehalten und seit dem Start des Mirai jährlich zwischen 2000 und 2700 Autos abgesetzt; Wagen, die für die Autobauer bislang ein massives Zuschussgeschäft darstellen - selbst bei Preisen um die 70.000 Euro aufwärts.


Lesen sie auch: Wie eine Forscherin Brennstoffzellenautos billiger machen will


Und so soll der neue Mirai II aussehen

Allerdings spielen Hyundai bei dem aktuellen Verkaufsvorsprung zwei Faktoren in die Hände: zum einen Subventionen, die den Katalogpreis in Südkorea locker auf 30.000 bis 35.000 Euro halbieren, wie die französische Zeitung "Les Echos" Hyundai-Frankreich-Chef Lionel French Keogh zitiert. Die staatliche Förderung macht den Wagen auch gegenüber anderen Antriebsformen wettbewerbsfähiger.

Zum anderen dürfte auch die Tatsache, dass Toyota Ende vergangenen Jahres die zweite Generation seines Mirai präsentierte, sich für die Japaner nicht gerade verkaufsfördernd ausgewirkt haben. Diese soll auch optisch überholt nämlich schon 2020 auf den Markt kommen, was manchen Käufer womöglich zum Verschieben des geplanten Kaufes bewegt haben mag.


Video: Warum unser Tester diesen Wasserstoff-Hyundai am liebsten behalten hätte

Video abspielen
Bild: manager-magazin.de

Mit dem Mirai will Toyota dann wieder an die Spitze fahren. Statt der bislang weniger als 3000 Brennstoffzellenautos will Toyota künftig 30.000 Modelle pro Jahr produzieren.

© manager magazin 2020
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung